Verbraucher : Großes Kino fürs Wohnzimmer

Maurice Shahd

DAS TESTURTEIL 0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen

testet einen DVD-Rekorder Die Videoabende waren früher bei den Kumpels echt angesagt. Es waren Highlights dabei wie die Jugendaufbruchfilme „Quadrophenia“ oder „The Outsiders“, die uns Mittelstandskindern ein Gefühl von Rebellion und Stärke vermittelten. Oder Kultfilme wie „Der Pate“ Teil eins bis drei – natürlich an einem Tag. Das war großes Kino in der kleinen Kiste. Irgendwann waren die Videotheken abgegrast, und es blieben nur noch drittklassige Actionstreifen. Doch eines Tages war auch dafür keine Zeit mehr, und der Videorekorder landete auf dem Müll.

Was blieb, war der Fernseher. Und der Ärger, planlos durch die Programme zu zappen, wenn es wieder nur Müll gab. Und noch schlimmer: den Fernseher einzuschalten, eine interessante Reportage zu entdecken, um festzustellen, dass die Sendung gleich vorbei ist. Oder, genauso schlimm: einen tollen Film zu finden, der aber erst um 0.50 Uhr anfängt.

Nein, damit soll Schluss sein. Also her mit der Superaufzeichnungsmaschine DMR-E85H von Panasonic für 799 Euro. Damit kann ich die interessantesten Sendungen aufnehmen und dann schauen, wenn ich Zeit und Lust dazu habe!

Dieser DVD-Rekorder ist der Nachkomme des Videorekorders. Ihm gehört die Zukunft, sagen die Experten, weil er Filme auf den DVDs in viel besserer Qualität aufzeichnet, als das der Videorekorder auf seinen Magnetbändern je vermochte. Die Bedienungsanleitung hat umfangreiche 54 Seiten im DIN-A4-Format, ist aber recht anschaulich gestaltet. Alles muss man nicht wissen. Der Anschluss an den Fernseher klappt innerhalb weniger Minuten. Jetzt die größte Hürde: die Programmierung einer Sendung, die aufgenommen werden soll. Dafür benötigte man bei einem Videorekorder ein Uni-Diplom, weil es so kompliziert ist, heißt es. Bei diesem DVD-Rekorder ist das kein Problem. Über die Fernbedienung und das Menü am Bildschirm lässt sich alles einstellen: Tag, Uhrzeit, Sender – fertig.

Also her mit dem Fernsehprogramm: „Der eiserne Ritter von Farnsworth“ und die nächste Folge von „Six Feet under“. Die läuft parallel zu „Sex and the City“, das meine Liebste unbedingt sehen muss. Das ärgert mich überhaupt nicht mehr, denn die Supermaschine zeichnet auf, während die andere Sendung läuft. Es ist Sonntagabend. Es läuft nichts Gescheites, wir schauen „Out of Kabul“. Nach zehn Minuten stellt sich der Film als gähnend langweilig heraus. Ein Tastendruck würde genügen, und der Film wäre für immer gelöscht. Aber Frauen scheint das Thema mehr zu interessieren. Ich nehme mir ein Buch.

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