Verbraucher : Gute Verbindung ohne Draht

Display, Telefonbuch und Menü: DECT-Telefone haben immer mehr Funktionen. Spitzenleistung gibt es ab 60 Euro

Corinna Visser

Sie werden den Handys immer ähnlicher: Display, Menü, Telefonbuch und Klingeltöne – in Funktion und Optik lassen sich moderne schnurlose Telefone kaum noch von Mobiltelefonen unterscheiden. So braucht man auf den gewohnten Komfort eines mobilen Endgeräts zu Hause nicht zu verzichten. Dabei gilt für die schnurlosen DECT-Telefone: Die Preise fallen und das bei gleichbleibender oder sogar besserer Qualität als beim Test im vergangenen Jahr – urteilt die Stiftung Warentest. Die Kehrseite der Entwicklung sei jedoch: Wer die Vielzahl der Funktionen nicht braucht und lieber etwas weniger zahlen möchte, wird nicht bedient. „Einfache und doch gute Telefone unter 50 Euro haben wir bei unserem Test nicht gefunden“, lautet das Fazit der Warentester.

DECT steht für „Digital Enhanced Cordless Telecommunications“ (Digitale, verbesserte schnurlose Telekommunikation). Es ist eine Funktechnik, die für das Telefonieren innerhalb von Gebäuden ausgelegt ist, wo eine Reichweite von 25 bis 50 Metern erreicht werden kann. Im Freien sind Übertragungsstrecken von 300 Metern möglich. Zu einem DECT-Telefon gehören eine Basisstation – wahlweise mit und ohne Anrufbeantworter – und eines oder mehrere Mobilteile.

Sieger wurde das Panasonic KX- TCD220 für rund 60 Euro: „Es hat alles, was auch die deutlich teurere Konkurrenz zu bieten hat“, urteilen die Tester. Gemeint sind: eine gute Tonqualität beim Sprechen und Hören, ein gut lesbares Telefonbuch mit 200 Einträgen, ein brauchbares Menü und ein passabler Anrufbeantworter. Wer sehr viel telefoniert, dem empfehlen die Tester wegen der Handhabung und der längeren Aufnahmezeiten der Anrufbeantworter das Siemens Gigaset S445 (130 Euro) und das T-Com Sinus 712A Komfort (138 Euro).

Perfekten Klang darf man allerdings bei den schnurlosen Geräten nicht erwarten. „Die Sprachqualität von schnurgebundenen Telefonen ist besser, weil die Signale ohne Umweg über die Funkverbindung direkt zum Telefonnetz weitergeleitet werden“, sagt Bernd Schwenke von der Stiftung Warentest. Leider kann man die tatsächliche Sprachqualität eines schnurlosen Telefons nur selten im Geschäft ausprobieren. Als Richtschnur kann jedoch eine Faustregel gelten: Je kleiner das Gerät, desto aufwändiger wird es für den Hersteller, für gute Sprachqualität zu sorgen. Zudem gilt bei sehr kleinen Telefonen: Wer den Lautsprecher am Ohr hat, spricht häufig am Mikrofon vorbei. Wer also sein Mobilteil zu Hause nicht ständig mit sich herumtragen will und nicht viel Wert auf ein kleines, leichtes Mobilteil legt, sollte lieber ein etwas größeres Gerät wählen.

Und noch eines darf man bei den schnurlosen Geräten nicht vergessen: Ohne Netzspannung kann man nicht telefonieren. Das gilt allerdings auch bei Telefonanlagen oder ISDN-Anschlüssen. Fällt also der Strom aus oder hat man vergessen, den Akku des Mobilteils aufzuladen, bleibt das Telefon stumm. „Ein schnurloses Telefon eignet sich am besten als Zweitgerät“, sagt Schwenke von der Stiftung Warentest. „Telefone mit Schur sind zuverlässiger, sie funktionieren auch bei Stromausfall.“

Im Internet:

www.test.de

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