Hintergrund : Die Ökostrom-Umlage

Wie funktioniert die Förderung von Erneuerbaren Energien?

Strom aus Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse zu gewinnen ist bislang teurer als die Produktion mit Kohle oder Atomkraft. Damit die Erneuerbaren sich trotzdem durchsetzen, werden sie gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seit dem Jahr 2000 staatlich gefördert. Für jede Kilowattstunde, die ins deutsche Netz gelangt, erhält der Produzent eine sogenannte Einspeisevergütung. Sie sinkt jährlich, um Erneuerbare nach und nach wirtschaftlich zu machen.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung?

Das ist verschieden. So ist Strom aus Wind oder Wasser bereits billiger zu gewinnen als aus Sonne: Für Windstrom liegt die Vergütung daher je nach Standort etwa bei zehn bis 15 Cent pro Kilowattstunde, für Solarstrom bei mehr als 30 Cent. Der Börsenpreis für Strom liegt derzeit bei etwa vier bis fünf Cent pro Kilowattstunde. Für alle erneuerbaren Energien ergibt sich durch diese Differenz im kommenden Jahr wohl eine Förderung von 13 Milliarden Euro.

Wer bezahlt die Förderung der Erneuerbaren?

Sie wird über die sogenannte EEG-Umlage von jedem Stromkunden bezahlt. Diese EEG Umlage wird jährlich neu berechnet und steigt kommendes Jahr von rund zwei Cent pro Kilowattstunde auf 3,5 Cent. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden kostet die Förderung erneuerbarer Energien dann etwa zwölf Euro pro Monat. Bisher waren es etwa sieben Euro. Die Mehrwertsteuer kommt noch hinzu.

Wonach richtet sich die Festlegung der Umlage?

Sie richtet sich nach dem Ausbau in diesem Jahr und einer Prognose für das kommende Jahr. In diesem Jahr war der Ausbau weit größer als erwartet - fast allein wegen eines Booms beim Zubau von Solaranlagen. Hier war ein Plus von rund 2000 Megawatt für das Gesamtjahr erwartet worden, nun dürfte es das Vierfache sein. Zwei Gründe sind entscheidend: Die Kosten für Solaranlagen sinken, was eine Einspeisung lukrativer macht. Zudem beschloss die Bundesregierung für das laufende Jahr eine Kürzung der Förderung, weshalb sich viele Menschen noch schnell eine Solaranlage auf ihr Dach montieren ließen.

Wird die EEG-Umlage auch in Zukunft steigen?

Das ist anzunehmen. Die Bundesregierung hat in ihrem Energiekonzept für die kommenden Jahrzehnte den massiven Ausbau erneuerbarer Energien festgeschrieben. Wie stark sich dies auf die Stromrechnung auswirkt, hängt aber auch davon ab, auf welche Techniken gesetzt wird. Wichtig ist zudem, wie schnell Fördersätze gesenkt werden, wenn die Produktion erneuerbaren Stroms billiger wird.

Was kann ich als Stromkunde gegen den Anstieg der Stromrechnung tun?

Wenig. Die EEG-Umlage ist bei allen Stromanbietern gleich hoch, egal, wieviel Strom sie aus erneuerbaren Energien beziehen. Nicht alle Versorger dürften aber die Umlage gleichermaßen an die Kunden weiterreichen. Stromkunden können daher wie immer Preise vergleichen und zu einem günstigen Anbieter wechseln.

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