Verbraucher : Ich habe schnell fertig

Alexander Visser

Das Testurteil: 7 Punkte 0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen

Anhängern der Slow-Food-Bewegung bereitet die „Nespresso Essenza“ von Krups kein Vergnügen. Für Gourmets beginnt der Espressogenuss schon beim gemächlichen Kaffeemahlen, wenn sich das Aroma ausbreitet und die Vorfreude weckt. Jede Sorte beansprucht individuelle Behandlung, den passenden Mahlgrad. Kleine Klümpchen sollte der gemahlene Espressokaffee bilden, raten Experten. Auch die Luftfeuchtigkeit ist zu beachten: An Regentagen klumpt der Kaffee schneller zusammen als bei Föhn. In die perfekte Kaffeeküche gehört also ein Hygrometer, um den Mahlgrad auf die Feuchtigkeit abzustimmen.

In unserer Küche gibt es kein Hygrometer. Nicht mal eine Kaffeemühle. Daher bin ich dankbar, dass Nespresso den Müller macht. Der Kaffee kommt in Kapseln im Milchdöschenformat. Oben an der Maschine ist ein großer Hebel. Hebel auf. Kaffeepatrone rein. Hebel runter. Wasser, marsch. Espresso fertig.

Das ist alles sehr praktisch. Außerdem braucht die Nespresso Essenza kaum mehr Platz als ein Toaster, kein Vergleich zu manchen Kaffeemaschinenmonstern mit Cappuccinofunktion. Dafür kann die Kleine keine Milch aufschäumen. Das schicke Retro-Design gibt es seit diesem Frühjahr in vier neuen Farben mit lustigen Namen wie Fizzy Fuchsia (lila), Spicy Orange (orange), Lemon Zest (gelb) oder Retro Blue (siehe Bild). Die ersten beiden Farbvarianten werden von De’Longhi hergestellt, die anderen von Krups. Beide Maschinen arbeiten mit einer soliden 19-Bar-Hochdruckpumpe und kosten laut Preisempfehlung 149 Euro.

Noch mehr Auswahl als bei den Farben gibt es bei den Kaffeesorten: Ein Dutzend Varianten bietet Nespresso an, von Ristretto (stark, vollmundig) über Capriccio (cremig, mild) bis Cosi (leichte Zitrus-Note). Auch drei Lungo-Sorten für die große Tasse Kaffee sind im Angebot. Bei jeder Sorte bildet sich eine haselnussbraune Crema – die köstliche Schaumhaube, auf die man den Zucker rieseln lässt.

Der Haken: Die Kapseln kann man nur im „Nespresso-Club“ beziehen, per (kostenpflichtiger) Telefonbestellung oder via Internet. Mit rund 35 Cent pro Ladung ist das auf Dauer ein teures Vergnügen. Außerdem produziert jede Tasse vermeidbaren Abfall. Neun Punkte gibt es für die Maschine, weil sie praktisch ist und leckeren Espresso macht. Je ein Punkt Abzug für den Monopolvertrieb und die Gewissensbisse.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben