Verbraucher : In den Urlaub surfen

Das Angebot im Netz ist riesig, die Preisunterschiede sind es oft auch. Und nicht alle Anfragen werden richtig beantwortet

Jahel Mielke

Traumstrände mit Palmen, schöne Hotels unter wolkenlosem Himmel – früher betrachteten die Kunden diese Bilder sehnsuchtsvoll im Schaufenster der Reisebüros. Heute sitzen sie vor ihrem Computer. Im Internet locken auch für die Herbstferien Tausende von Angeboten. Der Vorteil gegenüber dem Gang ins Reisebüro ist die große Auswahl, auf die der Nutzer Tag und Nacht zugreifen kann. 17 Prozent der Deutschen über 14 Jahre buchen ihren Urlaub über die Reiseportale im Netz. Die Zuverlässigkeit der Anbieter ist für Nutzer jedoch schwer einzuschätzen.

Die Stiftung Warentest hat 13 Internetanbieter getestet. Geprüft wurde, ob ein Kunde eine Pauschalreise ohne Probleme buchen, bezahlen und stornieren kann und ob er bei den Hotlines und im Netz übersichtlich und zuverlässig informiert wird. Testsieger wurde weg.de mit der Gesamtnote „gut“. Das Münchner Online- Reisebüro überzeugte durch zügigen Service bei Buchung und Stornierung und bequeme Bezahlung. Auch Opodo und Travelchannel schnitten noch „gut“ ab.

Bei sieben Unternehmen dagegen stießen die Tester auf unzulässige Klauseln in den allgemeinen Geschäftsbedingungen, die die Verbraucher deutlich benachteiligen. „Im Falle von Mängeln würde ein Laie vielleicht auf seine Ansprüche verzichten, weil er denkt, die Bedingungen seien rechtens“, sagt Falk Murko von der Stiftung Warentest. Ein Beispiel: Alltours, ITS, Thomas Cook, Tui und Travel 24 behalten sich das Recht vor, einseitig Leistungen zu ändern, wie etwa die Fluggesellschaft zu wechseln. Tui, Alltours, Avigo, ITS und Start verpassten wegen unfairer AGBs das Prädikat „gut“.

Die Handhabung der Portale ist ähnlich, weil fast alle Anbieter mit Traveltainment zusammenarbeiten. Die Aachener IT-Firma stellt die Suchsoftware für die Seiten und speist jeden Tag neue Angebote ein. Da Traveltainment die Angaben auf die Anbieter zuschneidet, können die Suchergebnisse auf den Portalen sehr unterschiedlich sein. Eine einwöchige Reise nach Mallorca mit Unterbringung in einem Drei-Sterne- Hotel mit Halbpension kostete bei verschiedenen Anbietern zwischen 586 und 852 Euro. Vergleichen lohnt sich also. Opodo, Travelchannel und weg.de bieten zudem eine Tiefstpreisgarantie. Findet der Nutzer die Reise an anderer Stelle im Netz günstiger, zahlen die Portale die Differenz zurück. Negativ fielen bei der Buchung Ungenauigkeiten bei den Ergebnissen auf. Manche Suchmasken lieferten trotz einer Einschränkung auf Halbpension auch All-inclusive-Reisen. Zudem warben die Portale teilweise mit Preisen ab einem bestimmten Betrag, die echten Preise lagen aber meist deutlich höher.

Aufpassen muss der Kunde zudem bei sieben Anbietern, wenn es um die Versicherung geht. Wenn er bei Alltours, Ebookers, Expedia, ITS, Thomas Cook, Travelchannel und weg.de nicht über einen Klick das Versicherungspaket abbestellt, wird es automatisch mitgebucht.

Grundsätzlich sollte man bei Buchungen auf unbekannten Internetseiten auf das Impressum achten, sagt Murko. „Es sollten zumindest eine Adresse und eine Telefonnummer angegeben sein.“

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