Isolierflaschen : Dicht, aber giftig

16 Isolierflaschen für Heißes und Kaltes im Test: Fast jede dritte Edelstahlflasche ist mit Schadstoffen belastet. Bei einer versagt der Verschluss.

Anne Grieger
Thermoskanne Foto: Dreamstime
Praktisch bei Ausflügen: die Thermoskanne. -Foto: Dreamstime

Schadstoffe in Plastik – schon wieder. Nachdem die Stiftung Warentest erst kürzlich polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in Kinderlaufrädern fand, haben Tester nun auch eine Belastung bei Isolierflaschen festgestellt. Fünf von 14 getesteten Edelstahlflaschen sowie je einer Glas- und Plastikkanne wiesen PAK in Verschlüssen und Bechern auf und bekamen deshalb die Note „mangelhaft“.

„Leider finden wir PAK immer wieder, besonders in Produkten aus China“, sagt Falk Murko von der Stiftung Warentest. „Gerade wenn der Schadstoff mit Lebensmitteln in Berührung kommt, wird es problematisch.“ In früheren Thermosflaschen-Tests seien PAK kein Thema gewesen, das Testverfahren sei noch relativ neu und entsprechend teuer. PAK sollen krebserzeugend, fruchtschädigend und erbgutverändernd wirken.

Die Tester vergaben aber auch gute Noten. Die mit Abstand beste und teuerste Edelstahlflasche ist die von Thermos (Note 1,5), sie kostet 41 Euro. Mit ihrer Isolierleistung kann kaum eine andere Flasche mithalten: Selbst unter den sechs mit „gut“ benoteten Modellen war die Isolation bei vieren nur „befriedigend“. Die Durchschnittstemperatur von kochend eingefülltem Wasser lag bei den getesteten Modellen nach sechs Stunden nur noch bei 78 Grad Celsius. Bei dem Plastikmodell von Campingaz sogar niedriger. Das Urteil: Mangelhaft. Ein weiteres Manko, für das es Punktabzug gab: Bei den Isolierflaschen von Alfi, Stanley und Northland wird der Trinkbecher so heiß, dass man ihn nicht mehr halten kann.

Alle Isolierflaschen sind bruchfest, das Vakuum und damit die Isolierung wurden auch durch mehrfaches Fallenlassen nicht zerstört. Das ist gerade für Camper und Wanderer wichtig, deren Ausrüstung viel aushalten muss. Auch sind fast alle Isolierflaschen dicht – nur das Modell von Sigg bestand die Prüfung nicht und erhielt deshalb trotz sonst guter Werte ein „Mangelhaft“.

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