Verbraucher : Jetzt umsteigen und sparen

Die Preisunterschiede in der Autoversicherung sind in diesem Jahr so groß wie nie / Wer wechseln will, muss jetzt handeln

Heike Jahberg

Die Zeit drängt. Nur noch bis Ende dieses Monats können Sie Ihre Autoversicherung kündigen und sich ein günstigeres Angebot suchen. Doch die Mühe lohnt sich. Der Markt ist hart umkämpft, und wer wechselt kann leicht mehrere hundert Euro – im Extremfall sogar einige tausend Euro – sparen. So zahlt ein Fahranfänger, der 20 000 Kilometer im Jahr zurücklegt, bei der Huk24 für Haftpflicht und Teilkasko 3686 Euro im Jahr. Der teuerste Anbieter verlangt dagegen für dieselbe Leistung 8625 Euro, hat die Stiftung Warentest errechnet (Finanztest 11/2005).

Im Kampf um die Kunden haben sich die Versicherer einiges einfallen lassen. So bietet die größte deutsche Autoversicherung, die Allianz, seit September zusätzlich zu ihren Vertreter-Angeboten erstmals einen reinen Internettarif („Allianz24“) und eine neue Billigversicherung. Der „Kompakttarif“ enthält abgespeckte Leistungen, ist dafür aber günstiger als das Premium-Angebot („Optimaltarif“). Je nach Einzelfall liegt der Billigtarif um zehn bis 30 Prozent unter dem „Optimaltarif“. Auch bei der Nummer zwei, der Huk–Coburg, kann man zwischen einem Komfortangebot („Klassik-Tarif“) und einem „Basistarif“ wählen. Die Preisersparnis bewegt sich im „einstelligen Prozentbereich“, sagt Huk-Sprecher Alois Schnitzer. Bei der Gothaer zahlen junge Familien für Haftpflicht und Vollkasko mit dem neuen Spartarif 600 Euro im Jahr, 90 Euro weniger als bei der Normalvariante. Bei der Aachen-Münchener kann man gegen einen Aufpreis von 15 Prozent verabreden, dass man sechs Unfälle (drei Haftpflicht-, drei Vollkaskoschäden) frei hat und somit beim Schadenfreiheitsrabatt nicht heraufgestuft wird.

Neukunden. Da die Versicherungen mit ihren Sonderangeboten neue Kunden anlocken wollen, profitieren Altkunden zunächst nicht davon. Es sei denn, sie drohen mit einem Wechsel. „Dann kommen die Versicherer mit ihren günstigen Angeboten“, weiß Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten (BdV).

Rabatte. Welche Versicherung die beste ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Die Tarife richten sich nicht nur nach Regional-, Typ- und Schadenfreiheitsklassen, sondern darüber hinaus nach einer Vielzahl von individuellen Merkmalen. Beamte, Wenigfahrer, Eigenheimbesitzer und Frauen bekommen oft Rabatte, weil sie erfahrungsgemäß seltener Unfälle verursachen als Fahranfänger oder Vielfahrer. Auch Garagenautos können Sie meist zu günstigeren Konditionen versichern als Pkw, die am Straßenrand parken.

Ehrlich sein. Geben Sie aber nur solche Rabattmerkmale an, die auch tatsächlich bei Ihnen vorliegen. Denn sonst droht Ihnen Strafe. Zwar behalten Sie den Versicherungsschutz, aber Sie müssen nachzahlen, warnt Versicherungsberater Rudnik: „Sie werden bei der Versicherungsprämie so gestellt, als ob Sie den erschlichenen Rabatt nicht in Anspruch genommen hätten, und Sie bekommen zusätzlich ein Strafgeld“. Das kann bei 1000 Euro liegen oder beim doppelten regulären Jahresbeitrag – je nach Versicherer.

Gleiche Leistungen. Achten Sie beim Vergleich darauf, dass die Leistungen identisch sind. Unterschiede gibt es etwa bei den Deckungssummen (50 oder 100 Millionen Euro), der Mallorca-Police (Unfälle im Ausland) und in der Kaskoversicherung beim Neuwagenersatz (innerhalb von sechs oder zwölf Monaten nach Erstzulassung).

Direktversicherer. Direktversicherer, die ohne Vertreter arbeiten und ihre Geschäfte übers Internet oder Telefon abwickeln, sind in aller Regel günstiger. In die „Top Ten“ der Stiftung Warentest (siehe Kasten) haben es besonders oft die Internetversicherung der Huk-Coburg – die Huk24 – und die Asstel geschafft.

Kaskoversicherungen. Die Haftpflichtversicherung springt ein, wenn Sie einen Unfall verursachen und einen anderen schädigen. Die Teilkaskoversicherung zahlt Schäden durch Brand, Explosion, Diebstahl, Raub, Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmungen und durch Haarwild. Die Vollkasko übernimmt alle Teilkaskoschäden und darüber hinaus Unfallschäden am eigenen Fahrzeug und Schäden durch Vandalismus. Während die Kfz-Haftpflicht gesetzlich vorgeschrieben ist, ist der Abschluss einer Kaskoversicherung freiwillig.

Die Stiftung Warentest sucht für Sie gegen eine Gebühr von 16 Euro günstige Versicherungsangebote heraus, Informationen unter www.finanztest.de/analysen

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