Kaufen oder nicht : Der große Wurf

Man wirft das Bündel aus Zeltplanen und Glasfasergestänge einfach in die Luft und lässt es sich entfalten - was taugt so etwas? Anne Grieger testet ein Zwei-Sekunden-Zelt.

Anne Grieger

Die Idee ist super. Ein Zelt, das sich von selbst aufbauen soll – und das innerhalb weniger Sekunden. Das zumindest verspricht „2 Seconds II“ vom französischen Hersteller Quechua. Ein Muss zum Ausprobieren für jemanden, der sich sonst mit Aufbauanleitungen schwer tut.

Dennoch war ich skeptisch. Knapp 40 Euro für ein Zwei-Personen-Zelt klingen wie ein Witz und nach mies verarbeiteter Massenware für Schönwetter-Trekker. Im Praxistest dann aber die Überraschung: Man wirft das Bündel aus Zeltplanen und Glasfasergestänge einfach in die Luft und lässt es sich entfalten. Keine einzige Stange muss zusammengesteckt werden, das Innenzelt ist schon am Außenzelt befestigt. Der halbe Campingplatz staunt angesichts dieses Kunststücks, zumindest in Deutschland. In Frankreich und Italien sind Sekundenzelte häufiger zu sehen.

Nach dem Aufbau überrascht der Komfort, den das Zelt bietet: Im Innenraum ist genug Platz für Rucksäcke, außerdem gibt es drei Belüftungsschlitze und doppelte Reißverschlüsse. Selbst ein leichtes Gewitter haben wir gut überstanden, auch Wind konnte dem Zelt nichts anhaben.

Geübt sein will allerdings das Einpacken. Das Gestänge muss zweimal umgebogen werden, damit es in die runde Zelttasche passt, aus zwei Sekunden werden beim ersten Anlauf schon mal 15 Minuten. Für Radreisende oder Paddler ist die Tasche mit einem Durchmesser von 65 Zentimetern fast zu sperrig. Dennoch: „2 Seconds II“ ist ein gutes Zelt für Einsteiger. Erhältlich ist es für 39,90 Euro in den acht Decathlon-Läden, die es in Deutschland gibt, oder direkt bei www.quechua.com.

Das Testurteil: Acht von zehn möglichen Punkten.

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