Kaufen oder nicht : Erlöst vom Sklaventum

Alles einfach rein, mit Gehäuse und allem - nur das Gröbste muss ab. Fatina Keilani testet einen Entsafter.

Fatina Keilani
Entsafter Foto: promo
Foto: promo

Vergangenes Jahr war ich verzweifelt. Ich war der Sklave meiner drei Apfelbäume. Blechkuchen um Blechkuchen backte ich, belegt mit feinen Apfelschnitzen, und fror sie ein; parallel kochte meine Schwiegermutter Kompott im Akkord. Auf ein Blech passten sechs Äpfel, das heißt, vorher wie hinterher hingen sechs Zentner an den Bäumen – deprimierend. Der Kampf schien aussichtslos. Doch jetzt beginne ich ihn zu gewinnen – und das liegt an einem Entsafter.

Der Design Juicer Pro der Firma Gastroback schafft die Äpfel mühelos weg. Man wirft die Früchte komplett hinein – nicht vorgeschnitten – mit Gehäuse und allem. Dasselbe gilt für Karotten, Gurken und was einem sonst noch so einfällt. Ingwer, Ananas, Kohlrabi, Paprika, alles einfach rein. Nur das Gröbste muss vorher ab, also etwa die Stachelfrisur der Ananas, der Stöpsel oben auf der Paprika. Rechts läuft der Saft in die Kanne, links fliegt der Trester in einen Behälter. Ist man fertig, stellt man alle Teile in den Geschirrspüler. Das lob ich mir – auch wenn 179,99 Euro für eine in China hergestellte Maschine mir ganz schön teuer vorkommen. Das Topmodell aus dem Hause Gastroback kostet sogar 379,99 Euro. Zu kaufen gibt es die Geräte in vielen Elektroläden, zum Beispiel bei Media-Markt und Saturn.

Irgendeinen Nachteil hat ja jedes Gerät, so auch dieses: Es nimmt einigen Platz weg. Wenn man es erst mal in den Keller gebracht hat, ist es fast schon wieder zu viel Arbeit, es für ein Glas Saft heraufzuholen. Für die Aufbewahrung im Küchenschrank ist es dagegen zu sperrig. Aber eine starke Maschine kann man eben nicht im Taschenbuchformat konstruieren. Für den zweiten Nachteil kann das Gerät nichts: Ich musste die Äpfel letztlich doch vorschneiden – unsere sind alle wurmstichig, und den Saft geschredderter Würmer möchte man ja nicht trinken. Ich habe es aber mit gekauften Äpfeln ausprobiert: Der Entsafter kriegt alles problemlos klein.

Die Vorteile überwiegen klar. Zum Beispiel kriegen wir wöchentlich eine Biogemüse-Kiste, und manchmal schaffen wir nicht alles, was drin ist. Was übrig bleibt, fliegt jetzt in den Entsafter. Die Kinder lieben Experimente. Gelernt haben wir schon: Überreif gewordene Birne rundet Rote-Bete-Saft geschmacklich ab, Kiwi und Karotte hingegen harmonieren nicht so. Die Kinder trinken alles gerne aus.

Das Testurteil: Zehn von zehn möglichen Punkten.

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