Kaufen oder nicht : Im Club der Smartphones

Smartphones sind in, auch wenn sie nicht von Apple sind. Aber was taugt die iPhone-Konkurrenz. Kurt Sagatz testet das Nokia N8.

Foto: promo
Foto: promo

Das Autokennzeichen auf einem weiter entfernten Fahrzeug lässt sich selbst auf einem Foto, das mit Nokias neuem Smartphone N8 geschossen wurde, nicht erkennen. Ansonsten sind die fotografischen Ergebnisse dieses Handys dank zwölf Megapixel Auflösung und einem Zeiss-Objektiv so gut, dass man getrost darauf verzichten kann, einen anderen digitalen Fotoapparat mitzunehmen. Mit dem N8 und einem gewaltigen Werbeaufwand versucht der finnische Mobilfunkkonzern zur Zeit, im boomenden Smartphone-Markt Terrain zurückzuerobern. Das N8 bietet alle Funktionen, die man von einem zeitgemäßen Smartphone erwarten kann, anders als das iPhone sogar inklusive UKW-Radio. Gegenüber dem Einsteiger-Smartphone 5230 hat Nokia erheblich nachgelegt, die kostenlose Navigationssoftware Ovi Maps zeigt prägnante Gebäude oder Sehenswürdigkeiten dreidimensional. Die mit dem N8 aufgenommenen HD-Videos lassen sich via HDMI-Ausgang direkt auf einem Flachbildfernseher ansehen.

Gut gelungen sind die individuell einrichtbaren Startbildschirme. Hier lassen sich nicht nur die bekannten Programmsymbole hinterlegen, sondern Mini-Ansichten vom Mail-Programm, dem Kalender, dem Media Player oder von besonders wichtigen Kontakten. Ein Fingertipp auf deren Konterfei löst einen Telefonanruf aus. Selbst zum Facebook-Konto kann man sich ein solches Widget-Programm auf den Screen legen, um immer die neuesten Statusmeldungen zu sehen.

Einzig die Darstellung der Internetseiten könnte besser sein. Wird eine für Smartphone-Displays optimierte Mobilvariante einer Webseite angeboten, erkennt das N8 dies anstandslos. Die komfortable Anpassung anderer Webseiten an das jeweils optimale Layout, wie es ein iPhone oder das Samsung Galaxy mit einem Doppeltipp auf das Display erlaubt, fehlt leider. Immerhin lassen sich Webseiten oder Fotos bequem mit zwei Fingern vergrößern oder verkleinern. Angenehm ist zudem, dass das Mailprogramm mit den neuen Microsoft-Formaten sowie mit PDF zurechtkommt.

Mit dem N8 ist Nokia nun ein vollwertiges Mitglied im Club der Smartphone- Produzenten. Das N8 ist zwar etwas dicker und schwerer als andere Allround-Talente, liegt dennoch gut in der Hand und macht mit der Metallummantelung einen soliden Eindruck. In der Nutzerführung gibt es zwar Verbesserungsbedarf, in einigen Bereichen ist das Symbian-Handy der Konkurrenz hingegen voraus – auch wenn der Ovi-Shop nur wenige tausend Apps im Angebot hat. Insgesamt ist der attraktive Preis des N8 (rund 500 Euro) zwar nicht unbedingt ein Grund, zu Nokia zu wechseln, aber möglicherweise einer, um bei dieser Marke zu bleiben.

Testurteil: 7 von 10 Punkten

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben