KAUFEN oder NICHT : Klänge aus aller Welt

7000 Sender aus aller Welt, sortiert nach Kontinenten, Ländern, Musikrichtungen und Favoriten: Annette Kögel testet ein Internetradio.

Annette Kögel
Internetradio
Internetradio -Foto: Kai-Uwe Heinrich

Diesen Glücksgriff habe ich Radio Multikulti zu verdanken. Oder, naja, der Intendanz des RBB, die meine Lieblingswelle mit Spirit und Esprit eingestellt hat. Jetzt gibt es nur noch die Weichspülfunker von Funkhaus Europa – und den Onlinesender Multicult 2.0 von Ex-Multikulti-Machern. Mein Schwager Michael gab mir den Tipp mit dem Internetradio – so kam ich zum Medion P85000/MD 85651.

Radiosender kann man zwar auch über den Laptop empfangen, aber das Rumgeklicke ist nervig und der Sound schlecht. Anders bei dem technischen Wunderwerk. Raus aus der Verpackung, Stecker rein, mit der Fritzbox vom Internetanbieter per Funk (Wireless Lan) synchronisiert – und schon leuchtet das Display freudig blau. Das Ding funktioniert per Fernbedienung und bietet für die 79,99 Euro Sonderpreis so viel, dass das gar nicht in diese wenigen Zeilen passt. Per Chinchkabel ist es schnell an die Anlagenboxen angeschlossen. Was man nicht alles Faszinierendes hören kann! 7000 Sender aus aller Welt, sortiert nach Kontinenten, Ländern, Musikrichtungen und Favoriten. Irre ist Bollywood aus Mauritius, gute Laune machen Hawaiian Rainbow und Radio Angola, ins Blut geht Electronica aus Russland. Es empfängt Radio Vatikan und Gay-Sender oder welche für Hundebesitzer und Stationen, die spielen nur Weihnachtslieder, A-capella, Beethoven, Filmmusik, Comedy oder Chillout ohne Werbung. Beruhigend ist das Wellenrauschen live von der Iriomote-Insel aus Japan. Mit dem Radio holt man sich die ganze Welt nach Hause. Es empfängt auch hunderte deutsche Sender und UKW, besitzt Funkuhr und Wecker. Cool ist auch, dass man vorn einen USB-Stick reinstecken kann und so Sounds vom Laptop auf die Anlage beamt, ohne eine CD brennen zu müssen.

Mängel? Ein bisschen Sorge wegen der Strahlung, so generell, aber man muss das Gerät ja nicht immer anlassen. Die Internetsender brauchen länger als Funkfrequenzen, bis sie sich eingestellt haben, und manche Sender klingen nicht astrein. Die Kapverden finde ich leider nicht. Und Multicult 2.0 suche ich noch.

Das Radio ist noch in einigen Aldi-Filialen in Berlin und Brandenburg erhältlich, und – etwas teurer – im Onlinehandel, z. B. über www.schlecker.com/idealo.de. Baugleich ist das Sagem My Dual Radio 700, das gibt’s bei Mediamarkt für 89 Euro. Der Spaß ist jeden Cent wert.


DAS TESTURTEIL: 10 von 10 möglichen Punkten.

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