KAUFEN oder NICHT : LCD-Technik für die Piste

Annette Kögel testet eine futuristische Skibrille.

Annette Kögel
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Foto: promo

Von den Helm- und Brillenbauern der Firma Uvex ist man ja einiges Futuristisches gewohnt. Nicht nur, dass sie Sportbrillen für Segler entwickeln, die das Glitzern der Sonne auf dem Wasser filtern und so eine bessere Sicht auf die übers Meer fegenden Böen ermöglichen. Oder dass sie Skibrillen mit eingebautem Ventilator konzipieren, die mit leisem Sirren auch noch die letzte Gefahr des Beschlagens bannen.

Jetzt ziehen die Hightech-Entwickler den nächsten Trumpf – made in Germany – aus dem Brillenetui. „Variotronic“ heißt die Neuheit, und das sind quasi zwei Skibrillen in einem: Das Ding sieht stylisch aus wie alle anderen, nur wer genau hinschaut, sieht den kleinen Verstellknopf an der Seite. Damit kann man bei praller Sonne auf Gletscherhöhen eine Art Sonnenbrillen-Abdunkelfunktion dazuschalten. Und wenn man vom grellen Schnee auf die Talabfahrt in den Waldschatten einfährt, kann man die Brille per Knopfdruck wiederum auf deutlich heller umschalten. Möglich machen das Flüssigkristalle – ähnlich einem LCD-Bildschirm –, sie bekommen per Knopfdruck den Stromimpuls zum Wandel.

Wenn man erst mal mit dem dicken Skihandschuh an den Druckpunkt oben am Gesicht rankommt, soll das in Sekundenbruchteilen passieren. Anders als bei vergleichbaren sogenannten fotochromen Scheiben, die bei der Schussfahrt eine viel zu lahme Reaktionszeit von mehreren Minuten haben.

Die müssen ganz schön gebastelt haben, die Uvex-Techniker, um die Flüssigkeit in so eine biegsame Skibrille hinein zubekommen. Aber es funktioniert wirklich: Fährt man als Snowboarder in ein Schattenstück auf der Piste ein, verschafft die „Variotronic“ einen besseren Durchblick. Oder ziehen Wolken überm Alpenpanorama auf, kann man wiederum per Knopfdruck Sicht und Gemüt erhellen.

Klar, dass so ein Gerät seinen Preis hat. 399 Euro soll das High-End-Gerät nach der Ispo-Sportmesse Anfang Februar im Laden kosten. Die Testbrille war in Pitztal-Sessellift und beim Einkehrschwung im Pistenschirm heiß begehrt. Auch im Skirennsport besteht Interesse – und eine entsprechende Visiervariante für Motorradfahrer ist auch schon in Arbeit. Aber ganz ehrlich: Das Ding kostet so viel wie mein komplettes Snowboard. Deshalb spare ich lieber und warte auf die noch bequemere Variante, die sich von ganz allein und ohne Knopfdruck umschaltet. Wetten, dass die auch bald kommt?

DAS TESTURTEIL: 7 von 10 Punkten

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