KAUFEN oder NICHT : Öko-Milch: Viel besser als Discountpreise

Eine kleine Privatmolkerei aus der brandenburgischen Uckermark hat sich was Besonderes ausgedacht. Annette Kögel testet eine Öko-Milch aus der Kalktüte.

Annette Kögel
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Kitty Kleist-Heinrich, TSP

Komisch, aber von allen Getränken achte ich bei Wein am meisten auf Outfit und Etikett – und bei Milch. So fiel mir bei Kaiser’s neulich die Hemme-Milch ins Auge. Davon kannte ich schon den Biojoghurt im Pfandplastikglas: lecker! Jetzt also dieser Öko-Schlauchbeutel. Öko? Ja, die kleine Privatmolkerei aus dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in der brandenburgischen Uckermark hat sich da was Besonderes ausgedacht: Die flexible Milchtüte besteht zu 40 Prozent aus natürlicher Kreide, also aus Caliumcarbonat. Verbunden mit recycelbarem Kunststoff entsteht so eine sehr leichte Verpackung, wird der Konsument per Tütentext aufgeklärt. Die Verpackung wiege nur 16 Gramm, und damit werde bei der Produktion vergleichsweise wenig Energie und Wasser verbraucht. Und es gibt weniger Verpackungsmüll.

Klingt gut. Das Ding steht jedenfalls sicher im Kühlfach, man braucht keinen Plastikkübel wie bei anderen Tüten, damit sie Halt hat. Der aufgepustete Griff ist lustig anzufassen, fast so wie die Luftblasen in den Kunststoffverpackungen. Die Lasche lässt sich einfach abreißen. Dann muss man aber etwas üben, um die „tagesfrische Vollmilch mit mindestens 3,5 Prozent Fettgehalt, pasteurisiert“ ohne zu viel Druck einzugießen. Für den letzten Rest muss man unten quetschen.

Aber wie gut sie schmeckt! Dafür zahle ich gern knapp einen Euro für den Literpack statt bei der Billigpreisschlacht der Supermarktketten mitzumachen. Die Hemme-Milch ist eine ganz normale Vollmilch, keine neue länger haltbare Euro- und auch keine H-Milch - aber sie hält länger als das Verfallsdatum verspricht, weil von oben keine Luft rankommt. Für mich steht fest: Diese Milch macht’s!

DAS TESTURTEIL: Neun von zehn möglichen Punkten

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