Kaufen oder nicht : Verführung für Leser

Man muss nur Leser sein, um das PRS-505 bedienen zu können, kein Computerfreak. Henrik Mortsiefer testet ein elektronisches Buch.

Henrik Mortsiefer
E_Book
Der PRS-505 von Sony -Foto: promo

Ohne Bücher geht es nicht. Seit ich lesen kann, begleiten sie mein Leben, sind Lebensretter, Fluchthelfer und Rauschmittel. Es war für mich immer unvorstellbar, dass sich bedrucktes Papier zwischen zwei Buchdeckeln aus meinem Alltag verflüchtigen könnte. Doch seit ich den E-Book-Reader von Sony in der Hand hatte, kommen Zweifel auf. Das elektronische Buch des japanischen Walkman-Erfinders hat mich vom ersten Moment an ohne Papier verführt – zum Lesen. Der PRS-505 erfüllt alle Wünsche an ein elegantes, benutzerfreundliches Technikspielzeug. Was ich bisher von Apple kannte, liefert Sony hier ebenbürtig. Der E-Reader ist 18 Zentimeter hoch, 12 Zentimeter breit, einen Zentimeter dick und 260 Gramm schwer. Ein Taschenbuch, das es in sich hat. Von einem schlichten Lederumschlag geschützt, bietet das Gerät leicht zugänglichen Lesestoff (über eine USB-Schnittstelle) auf einer Benutzeroberfläche ohne Schnickschnack. Man muss nur Leser sein, um das PRS-505 bedienen zu können, kein Computerfreak. Wer es erfunden hat, kennt die Anatomie des Lesens. Der rechte Daumen liegt automatisch auf den Tasten zum Umblättern am rechten Rand. Hält man das Buch in der Linken, bedient der linke Daumen eine runde Wipptaste. Das E-Book wendet die Seiten in einem Tempo, das dem papiernen Lesen gleicht. Dank E-Ink-Technik ist der Text auf dem matten Display aus jedem Blickwinkel lesbar – auch bei Sonne. Das Display hat keine Hintergrundbeleuchtung. Eine Akkuladung reicht laut Hersteller zum Umblättern von rund 7500 Seiten. In den 192 Megabyte großen (erweiterbaren) Speicher passen etwa 1000 Bücher. Thalia bietet den E-Reader ab dem 11. März für 299 Euro an. Zum Start in Deutschland sollen „einige tausend Titel“ für das E-Book im Angebot sein. Elf Texte sind vorinstalliert – zwei ganze Romane sowie weitere Leseproben.

DAS TESTURTEIL: Zehn von zehn möglichen Punkten.

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