KAUFEN oder NICHT : Viel heiße Luft

Larissa Klatt testet einen Dampfglätter.

Bügeln raubt immer wieder meine kostbare Zeit. Solange sich jedoch der Knitterlook modisch nicht durchgesetzt hat, bleibt mir die Mühsal nicht erspart. Zu teuer der Traum, alles an die Reinigung abzuschieben, die mir den Klamottenberg gewaschen, gebügelt und gefaltet zurückgibt. Welch Erleichterung wäre da eine Maschine für zu Hause, die im Handumdrehen mit etwas Dampf mühelos alle Falten aus der Welt schafft.

Der Dampfglätter des österreichischen Herstellers Bob Home verspricht genau das. Für mich ein Grund, mir das vermeintliche Wunderwerk näher anzusehen.

Das Gerät ist fix zusammengebaut, die Verarbeitung einwandfrei. Ein Wassertank wird mit etwa einem Liter befüllt, an dem sich ein langer Schlauch befindet. Je nach gewünschter Höhe stelle ich eine Teleskopstange mit integriertem Bügel individuell ein, an dem die Kleidung aufgehängt wird. Flexibel kann ich das Gerät im Haushalt in Steckdosennähe positionieren. Einem Staubsauger zum verwechseln ähnlich, rollt Bob Home über das Parkett. Im Wassertank beginnt es leise zu brodeln, sobald der Bügler ans Netz geht. Tropffrei gibt das Gerät Dampfwolken von sich. Nun geht es los: Das zerknitterte Herrenhemd hängt an der Haltestange bereit. In regelmäßigen Schleifen führe ich die Dampfdüse am Stoff entlang. Ganz ohne zusätzliches Straffziehen, insbesondere der schlaff herabhängenden Ärmel, tut sich allerdings wenig. Vom konventionellen Bügeln gewohnt schwierige Stellen wie Kragen und Knopfleiste erweisen sich auch hier als tückisch.

Nach einer fünfminütigen Bügeldauer (gefühlte 20) fällt der Entschluss: Es dauert zu lange und die Fasern werden nicht richtig glatt. Das Hemd ist zudem derart klamm, dass es zunächst einige Stunden zum Trocknen aufgehängt werden muss. Zur Vorstellung beim neuen Arbeitgeber sollte man sich mit diesem Hemd daher nicht blicken lassen. Auch preislich ist Bob, erhältlich ab 79,95 Euro, kein guter Wettbewerber. Schon für unter zehn Euro gibt es klassische Dampfbügeleisen mit gleicher Wattstärke von 1600, die ein besseres Glättungsergebnis in kürzerer Zeit hervorbringen. Der Dampfglätter eignet sich nach Firmenauskunft neben dem Bügeln zum Desinfizieren von Kleidern, Polstern und Vorhängen sowie von glatten Böden. Wer seine Gardinen desinfizieren möchte, kann dies mit dem Dampfbügler tun. Bei normal hohen Decken muss man sich allerdings mit dem Gerät auf eine Leiter stellen, weil der Schlauch nur rund 1,5 Meter lang ist und der eigene Arm in der Regel noch kürzer. Das Fazit: Der hier ausgewählte Hersteller hat kein Bügelwunder produziert. Ein handelsübliches Dampfbügeleisen funktioniert deutlich besser, die Kleidung ist bei diesen meist trocken und kann direkt angezogen werden.

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