Kindermatratzen im Test : Weiches für die Kleinen

Zwölf Kindermatratzen im Test: Alle sind bequem und haltbar, aber nur eine ist insgesamt „gut“

Yasmin El-Sharif

Babys sind echte Langschläfer. Mehr als 14 Stunden verbringen sie in ihrem ersten Lebensjahr mit Schlafen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass sie eine vernünftige Matratze haben. Doch Kindermatratzen müssen noch einiges mehr bieten als Liegekomfort: Halt geben zum Beispiel bei den ersten Stehversuchen. Und später dürfen die Matratzen nach dem Hüpfen nicht gleich durchhängen. Zudem sollte ihr Bezug waschbar sein, weil im Schlaf immer mal was danebengehen kann.

Harte Kriterien, denen zwölf Kindermatratzen bei einem Test der Stiftung Warentest standhalten mussten. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Alle getesteten Matratzen bieten ordentliche Liegeeigenschaften“, sagt Testerin Meike Meyer. Dennoch: wirklich „gut“ schneidet nur die „Dornröschen“ von MFO ab. Neben der komfortablen Liegeeigenschaft und der robusten Haltbarkeit fiel den Testern auch eine trittfeste, umlaufende Kante positiv ins Auge. Die kann dabei helfen, Unfälle zu vermeiden. Mit 89 Euro ist sie recht preiswert. „Kindermatratzen sind in der Regel ohnehin günstiger als die für Erwachsene“, sagt Meike Meyer. Im Test kosteten sie zwischen 35 und 184 Euro.

Neben der „gut“ beurteilten „Dornröschen“-Matratze vergab die Stiftung Warentest elf Mal ein „befriedigend“. Vier Matratzen schlitterten nur ganz knapp an einem „gut“ vorbei: die „Schlafgut“ von Breckle, die „Air Allegro“ von Julius Zöllner Dr. Lübbe, die „Dahlie“ von Paradies und die „Ronja Plus“ von Prolana. Eine 2,7 erntete die Ikea-Matratze Sultan Sussa für 35 Euro. Ihr Nachteil: Beim Waschen läuft ihr Bezug ein. Das hatten die anderen Hersteller besser im Griff.

Einige Abwertungen gab es in Sachen Umwelt und Gesundheit. So fanden die Tester bei der Matratze von Easy Baby krebserregende Stoffe in der ungeöffneten Verpackung, deren Namen allein schon gefährlich klingen: Trichlorethen und Tetrachlorethen. Auf Trichlorethen stießen die Tester auch bei der Paidi-Latex-Matratze. Ausgerechnet bei der Hess-Matratze, die im Namen auf „Natur“ setzt, entwich Tetrachlorethen beim Öffnen der Verpackung. Die Paidi-Matratze verströmte neben dem Trichlorethen auch hohe Mengen an anderen organischen Verbindungen, die zwar nicht krebserregend sind, aber die Atemwege reizen können. Zudem fiel die Matratze durch einen intensiven stechenden Geruch auf, der mehr als einen Tag lang anhielt. Auch die Modelle von Concord und Ikea rochen anfangs stark muffig, waren aber gesundheitlich unbedenklich.

Und immerhin: Anders als im letzten Kindermatratzentest fanden die Tester dieses Mal keine problematischen Flammschutzmittel, Pestizide oder Weichmacher. In puncto Wärmetransport und Feuchteregulierung schnitten alle Matratzen im Test gut ab. Die meist nur etwa zehn Zentimeter dicken Matratzen erwiesen sich zudem als haltbar. Die harte Prüfung, 15 000 Walzgänge mit einer 40-Kilo-Walze, bestanden fast alle „sehr gut“.

Mehr dazu unter: www.test.de

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