Konsum : Inflation in Eurozone auf tiefstem Stand seit 13 Jahren

Nicht nur in Deutschland, auch in den anderen Euroländern sinkt die Teuerungsrate. Im März war die Inflation in der gesamten Währungszone so niedrig wie seit 1996 nicht mehr.

BrüsselVerglichen mit dem Vorjahr stiegen die Lebenshaltungskosten durchschnittlich um nur noch 0,6 Prozent, wie das Europäische Statistikamt (Eurostat) mitteilte. Verglichen mit Februar 2009 stiegen die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent.

Die höchste Inflation auf Jahressicht gab es in Malta mit 3,9 Prozent, in Irland dagegen verbilligten sich die Preise sogar um insgesamt 0,7 Prozent. Bezogen auf die gesamte EU belief sich die Rate auf 1,3 Prozent. Für Deutschland ermittelte Eurostat eine Teuerung in Höhe von 0,4 Prozent.
 
Wichtigster Grund für die sinkende Teuerung ist der Rückgang der Energiepreise: Diese herausgerechnet, verteuerten sich die Verbraucherpreise um 1,6 Prozent. Verglichen mit dem Vormonat kostete Energie 1,2 Prozent weniger, auf Jahressicht lag das Minus bei 8,1 Prozent. Teurer als im Vorjahr waren dagegen Alkohol und Tabak.

EZB sieht Spielraum für gelockerte Geldpolitik

Im Sommer 2008 hatte die Jahresteuerung noch auf dem Rekordhoch von vier Prozent gelegen, bevor die Rohstoffpreise im Zuge der Weltwirtschaftskrise einbrachen und der Teuerungsdruck allgemein stark nachließ. Experten erwarten im Laufe des Jahres
sogar sinkende Preise.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält stabile Preise bei Raten von knapp unter zwei Prozent für gewährleistet. Wegen des nachlassenden Inflationsdrucks sieht die EZB auch nach einer Leitzinssenkung auf 1,25 Prozent noch weiteren Spielraum für geldpolitische Lockerungen. Eine Nullzinspolitik wie in Japan und den USA lehnen die Währungshüter indes ab. (rf/dpa)

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