Krankenkassen : Schön gesund

Yoga, Fitness und autogenes Training sind gefragt wie nie. Wer sich auskennt, kann die Kosten drücken.

Esther Wiemann
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Wer im Fitness-Studio einen Gesundheitskurs besucht, sollte die Kasse nach einem Zuschuss fragen. -Foto: dpa

Jetzt wird es aber Zeit. Nach dem langen Winter sehnen sich Körper und Seele nach Abwechslung und frischem Schwung. Das Schöne: Manchmal zahlen andere für das Wellness-Programm, nämlich die Krankenkassen. „Bezuschusst werden Leistungen zur Primärprävention“, sagt Florian Lanz vom GKV-Spitzenverband. Was genau angeboten wird, hängt von der Kasse ab. „Entscheidend ist, dass die Gesundheit gefördert wird“, sagt Lanz.

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Fast alle Kassen bezuschussen das Training im Fitnessstudio. Unterstützt wird allerdings nur die Teilnahme an sogenannten Gesundheitskursen. Der Mitgliedsbeitrag für das Studio wird nicht übernommen. Studios wie der „Elixia Vitalclub“ in Berlin-Mitte bieten spezielle Kurse an, für die keine Mitgliedschaft erforderlich ist. Das ist aber nicht selbstverständlich, also Vorsicht.

Zudem werden nur Kurse, die bestimmte Qualitätsstandards erfüllen, von der Kasse anerkannt. Voraussetzung ist zum Beispiel, dass der Kurs von einer qualifizierten Fachkraft geleitet wird. Die Angebote bestehen meistens aus zehn bis zwölf Einheiten, die aufeinander aufbauen müssen. Gefördert werden etwa Programme, die die Rückenmuskulatur stärken, wie Pilates. „Versicherte sollten immer erst bei der Kasse abklären, ob der Kurs bezahlt wird, bevor sie sich anmelden“, rät Lanz.

KURSANGEBOTE

Anerkannte Kurse gibt es außerdem bei Volkshochschulen, Familienbildungsstätten oder im Sportverein.Viele Kassen bieten zusätzlich eigene Programme an, wie zum Beispiel Aqua-Fitness oder Nordic Walking. Über das jeweilige Kursangebot informiert die Krankenkasse vor Ort.

YOGA

Wer gestresst ist, kann mit Kursen zur Entspannung etwas für die Gesundheit tun. Für Yoga, Tai Chi, Chi Gong oder autogenes Training kann es deswegen Zuschüsse von der Krankenversicherung geben. Zum Teil bieten die Krankenversicherungen auch selber solche Kurse an.

ERNÄHRUNG

Wer abspecken will, bekommt ebenfalls von vielen Krankenkassen finanzielle Unterstützung für Kurse und Beratungsangebote. Auch Programme zur gesunden Ernährung werden unterstützt.

ZUSCHUSS

In der Regel übernehmen die Kassen bei Kursen fremder Anbieter bis zu 80 Prozent der Kosten. Beschränkt ist das allerdings meist auf einen Betrag von 75 Euro. Die übrigen 20 Prozent muss der Versicherte selber tragen. Die Kursgebühr wird in der Regel ausgelegt und von der Kasse anschließend anteilig erstattet. Bei kasseneigenen Angeboten ist die Teilnahme meist kostenlos. Wichtig bei fremden Anbietern ist, dass man durchhält: „Geld zurück gibt es nur, wenn der Versicherte mindestens an 80 Prozent der Kurstermine teilnimmt und das durch Vorlage einer Teilnahmebescheinigung bestätigen kann“, sagt Iris Spitzner von der Innungkrankenkasse (IKK) Brandenburg und Berlin. Bei zwölf Terminen darf also nur zweimal gefehlt werden.

Wie viele Kurse unterstützt werden, hängt von der Kasse ab. Manche bezuschussen zwei, andere bis zu fünf Angebote im Jahr. Das gilt aber meistens nicht, wenn jemand zweimal den gleichen Kurs machen möchte. Die Programme müssen in der Regel aus den unterschiedlichen Bereichen Bewegung, Ernährung und Entspannung stammen.


URLAUBE

Reisen werden nicht bezahlt. Viele Kassen bezuschussen aber Fitness- und Entspannungskurse im Urlaub mit durchschnittlich 150 Euro im Jahr.

MASSAGEN

Massagen fallen nicht in den Bereich Primärprävention, sondern sind Heilbehandlungen. „Massagen müssen vom Arzt verordnet werden“, sagt Gabriele Rähse von der AOK Berlin. Ein Physiotherapeut übernimmt dann die Behandlung. In der Regel müsse der Versicherte zehn Prozent der Behandlung selber tragen plus zehn Euro pro verordneter Einheit.

SAUNA

„Ein Saunabesuch ist bei uns grundsätzlich nicht drin“, sagt Viola Matzke von der Barmer Ersatzkasse Berlin/Brandenburg. Saunagänge fallen nicht in den Katalog der Präventivmaßnahmen. Damit steht die Barmer nicht allein: Auch bei anderen Krankenkassen ist und bleibt die Sauna Privatvergnügen.

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