Kreditkarten : Geheimnummer als Sicherheit reicht aus

Verbraucherschützer zogen den Kürzeren: Ein Gericht sah das Pin-System für Kreditkarten als ausreichend sicher an. Der Kunde muss auch weiterhin den Betrug beweisen, wenn Geld mit einer gestohlenen Kreditkarte in Verbindung mit der Geheimnummer abgehoben wurde

Das Oberlandesgericht Frankfurt lehnte damit in zweiter Instanz eine Sammelklage der Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen ab. Werden Abhebungen in Zusammenhang mit der Geheimnummer getätigt, gilt weiterhin der Anscheinsbeweis für versuchten Betrug oder fahrlässigen Umgang mit der Pin-Geheimnummer.

Die Verbraucherzentrale, die einen Rechtsstreit gegen die Euro Kartensysteme GmbH in Frankfurt angestrengt hatte, hielt das Sicherungssystem der Karten für nicht ausreichend. Ihr lägen zahlreiche eidesstattliche Versicherungen von Bankkunden vor, dass diese ihre Geheimzahlen nirgendwo notiert hätten, erklärte ein Sprecher in Düsseldorf. Trotzdem sei es zu den Abhebungen gekommen.

Es gebe auch Fälle von Kunden, die nachweislich ihre Geheimnummer von der ausgebenden Stelle noch gar nicht erhalten hatten, als ihr Konto von Unbekannten geplündert wurde. Eine konkrete Sicherheitslücke in dem System mit Triple-DES-Verschlüsselung konnte die Zentrale aber nicht nennen. Es gebe aber genug Hinweise, dass das Sicherheitssystem zu knacken sei. In dem Verfahren ging es um mehrere Fälle mit einem Gesamtschaden von rund 24.000 Euro.

Empört zeigte sich der Sprecher der Verbraucherzentrale, dass das OLG die Revision beim Bundesgerichtshof nicht zugelassen habe. Dagegen werde umgehend Beschwerde eingelegt. "Wir wollen das grundsätzlich klären lassen."

ZEIT ONLINE, dpa, sp

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