Verbraucher : Kunden müssen Fehler beweisen können

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Der grünliche Farbton der Kacheln in ihrem Bad gefällt Erica Ruetz schon lange nicht mehr. Im Baumarkt gibt es ein Angebot: Die Kacheln „Blue Fish“ im Viererpack für 9,99 Euro. Doch wie die Kacheln am besten an der Wand befestigen? Verkäufer Simon Renk rät zum Klebstoff Artyl, „der hält ewig“. Erika Ruetz lässt sich überzeugen. Doch nach dem Befestigen dauert es nur wenige Tage und schon haben sich die ersten Kacheln gelöst. Kacheln und Klebstoff waren nicht fehlerhaft, deswegen entfällt ein Gewährleistungsanspruch wegen eines Sachmangels . Dennoch kann Frau Ruetz einen Schadenersatzanspruch wegen der falschen Beratung geltend machen. Verkäufer Renk hat ihr zum Kauf eines Klebstoffs geraten, der zu den Kacheln nicht passt. Der Anspruch kann bis zu drei Jahre nach dem Kauf geltend gemacht werden. „Beratungsverletzungen geltend zu machen, ist aber immer eine schwierige Kiste“, sagt Peter Lischke, Jurist bei der Verbraucherzentrale Berlin. Denn der Kunde muss beweisen, dass ihm durch die falsche Beratung ein Schaden entstanden ist. Wird ein Streitfall vor Gericht entschieden, hilft es, wenn der Kunde den Baumarkt nicht alleine besucht hat – dann kann ein Zeuge die falsche Beratung belegen. Sonst bleibt „notfalls nur eine Versicherung an Eides Statt“, so Lischke. ny

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