Verbraucher : Laser gegen Lexikon

Bernd Hops

DAS TESTURTEIL 0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen

testet einen Übersetzungsstift Sieben Bücherregalzentimeter begleiten mich seit fast zehn Jahren durch mein Fremdsprachenleben – das Duden-Oxford-Wörterbuch Englisch-Deutsch. Und diese drei Kilo Wissenspapier soll ich gegen einen mausgrauen Miniscanner mit Übersetzungsfunktion eintauschen? Für einen eher analog gepolten Geisteswissenschaftler keine leichte Angelegenheit. Aber das ist das Wörterbuch außerhalb der eigenen vier Wände schließlich auch nicht. Und die will ich für den Test verlassen.

Also, den „Economist“ unter den Arm geklemmt und ab in die Sonne. Die Benutzung des „Superpens“ (erhältlich unter anderem beim Berliner Elektronikhändler abitz.com) ist leicht. Schutzkappe vom Laser abnehmen, Starttaste drücken, kurz warten, bis das Programm geladen wird. Dann ziehe ich den Stift über eine Textstelle, in wenigen Sekunden sind die Wörter eingelesen: „electric hybrid car“. Hier tun sich schon die ersten Schwierigkeiten auf. Die Wörter werden einzeln und nicht als Gesamtbegriff übersetzt. Und bei „electric“ hab ich ein wenig zu schlampig gescannt. Prompt heißt das Wort „lectric“ und wird vom Superpen nicht erkannt. Beim zweiten Anlauf klappt es aber. Wer nicht weiß, wie man die Wörter ausspricht, kann sie sich auch direkt ansagen lassen. Die nächsten Scannversuche laufen gut. Richtige Übersetzung. Bis ich auf „grinding out“ stoße. Superpen-Übersetzungsangebot: „ground out – ein Schlagmann wird rausgebracht, weil er einen ground ball getroffen hat“. Aha. Da frag ich doch lieber noch mal meinen Oxford-Duden. Der sagt: „grind out“ bedeutet: „sich abquälen“. Dieses Wort dürfte dem Superpen eigentlich nicht fremd sein.

Ein wirklich gutes Wörterbuch kann der Superpen nicht ersetzen – und einen Sprachkurs auch nicht.

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