Laufsport : Kassen und Arbeitgeber unterstützen erste Schritte

Sie waren bei diesem Marathon noch Zuschauer? Aber Sie haben Feuer gefangen und Lust aufs Laufen bekommen? Wir sagen Ihnen, wer Ihre guten Vorsätze finanziell unterstützt.

Daniel Gratzla,Young-Sim Song
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Gemeinsam macht’s mehr Spaß. Nach dem Marathon entdecken viele Zuschauer den Sport für sich. Vor dem Training sollte man aber...Nike

FITNESSTEST

„Laufen kann im Prinzip jeder“, sagt Matthias Krüll, Internist beim Berliner Kompetenzzentrum für Sportmedizin. Allerdings empfiehlt der Arzt Ungeübten, sich vorher ärztlich untersuchen zu lassen. „Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner“, rät Krüll. Meist zahlen die Kassen. Denn sie übernehmen alle zwei Jahre die Kosten für eine umfangreiche Vorsorgeuntersuchung. Dabei werden auch die Fitness und das Herzinfarktrisiko gemessen, im Zuge dieser Untersuchung kann der Arzt feststellen, ob man für das Laufen geeignet ist oder nicht. Spezielle sportmedizinische Untersuchungen werden dagegen von der Kasse nicht getragen.

LAUFTREFFS

Wer das Alleinlaufen langweilig findet, kann sich einer Laufgruppe anschließen. Auf der Seite www.lauftreff.de finden Sie, nach Postleitzahlen geordnet, jede Menge Gruppen. Allein in Berlin sind mehr als 50 Lauftreffs aufgeführt, mit Kontaktdaten und Angaben zum Leistungsniveau. Während viele Lauftreffs kostenlos sind, muss man im Sportverein oder bei Gruppen, die von qualifizierten Lauftrainern geleitet werden, zahlen. Allerdings bekommt man auch etwas für sein Geld, sagt Renate Güttler vom Fachgeschäft „Lang und Laufladen“ in Berlin-Schöneberg. Ein erfahrener Trainer kann Tipps zur Lauftechnik und zur richtigen Atmung geben.

AUSRÜSTUNG

Wer laufen will, braucht keine große Ausrüstung. „Wer regelmäßig läuft, sollte aber nicht die ausgetretenen Tennis- oder Hallenschuhe nehmen“, sagt Lauftrainerin Renate Güttler. Gute Laufschuhe gebe es ab 100 Euro aufwärts. Alte Modelle seien auch schon mal günstiger. Güttler empfiehlt eine Laufanalyse im Fachgeschäft, um herauszufinden, welcher Schuh geeignet ist: wie breit, wie schmal soll er sein, welche Dämmung braucht der Läufer?

Weniger fachkundige Beratung, dafür aber billigere Angebote findet man außerhalb der Spezialgeschäfte. Bei Deichmann etwa gibt es Laufschuhe von Adidas ab 35 Euro. Allerdings seien das keine reduzierten Standardmodelle, sondern diese Schuhe seien speziell für Deichmann gemacht, heißt es auf Anfrage. Wer dagegen die Modelle, die anderswo über 100 Euro kosten, günstiger einkaufen will, sollte im Internet nachschauen – bei runnerspoint.de, online-laufshop.de oder Ebay. Auf ciao.de finden sich unter dem Suchwort „Laufschuhe“ viele Produktbeurteilungen und Erfahrungsberichte.

Fachhändlerin Güttler empfiehlt außerdem spezielle Laufsocken, die an Sohle, Spitze und Ferse verstärkt sind. Zudem gibt es speziell vorgeformte rechte und linke Socken. „Besser einmal zehn bis 20 Euro investieren, als ständig verpflastert herumzulaufen“, meint Güttler. Für Ambitionierte gibt es auch noch Funktionskleidung, die Schweiß absorbiert sowie Wind und Regen abhält. Stoppuhren mit Herzfrequenzmessung kosten ab 40 Euro aufwärts.

KRANKENKASSE

Wer sich körperlich betätigt, wird von der Kasse belohnt. Viele Krankenkassen bieten Bonusprogramme für Erwachsene und Kinder, bei denen man für sportliche Aktivitäten Punkte sammeln kann. Dazu zählt die Mitgliedschaft im Sportverein ebenso wie organisierte Lauftrainings, Volksläufe, Wanderungen oder Fahrradtouren, die unter Anleitung stattfinden. Auch wer das Sportabzeichen ablegt, bekommt Bonuspunkte gutgeschrieben. Der Versicherte muss sich allerdings die Teilnahme bestätigen lassen und diese Bescheinigung bei seiner Kasse vorlegen. Am Ende eines Jahres kassiert man im Gegenzug Geldprämien oder Sachpreise – bei der Techniker Krankenkasse gibt es etwa für drei Einträge ins Bonusheft 30 Euro. Bei der Barmer Ersatzkasse kann man sich Teekocher, Rucksäcke oder Sportgeräte erlaufen. Oft bezuschussen die Kassen auch Kurse zum Fitness- oder Konditionstraining. Die Barmer übernimmt beispielsweise für ein Herzkreislauftraining mit zehn Kurseinheiten à 90 Minuten durchschnittlich 75 Euro von den Kursgebühren. Zudem bieten die Kassen auch selbst Gesundheitskurse an oder organisieren Lauftreffs oder veranstalten Läufe. So lädt etwa die AOK ihre Versicherten samstags ab neun Uhr zum Frühstückslauf mit Jens Karraß, dem ehemaligen deutschen Meister über 10 000 Meter, ein. Startpunkt ist das Mommsenstadion. Weitere Informationen findet man im Internet oder kann man telefonisch in den Kundencentern der Kassen erfragen.

VERSICHERUNGSSCHUTZ

Wer sich beim Laufen verletzt, wird auf Kosten der Krankenkasse behandelt. Sollte die Verletzung so gravierend sein, dass man nicht mehr arbeiten kann, wird auch das von der Krankenkasse gedeckt. Ein Unfall beim Laufen wird genauso behandelt wie eine Skiverletzung oder ein Missgeschick beim Waldspaziergang. Besondere Regeln für Risikosportarten gibt es nicht. Sollte die Unfallursache auf den Veranstalter zurückzuführen sein, etwa durch eine fehlerhafte Absperrung, wird dieser von der Krankenkasse in Regress genommen. Für den Versicherten ändert sich dadurch nichts.

BETRIEBSSPORT

Neben den Kassen fördern auch immer mehr Arbeitgeber das Laufhobby ihrer Mitarbeiter. So hat die Berliner Bank seit diesem Januar eine Betriebssportgruppe und übernimmt für deren Mitglieder die Startgelder bei Läufen. Auch der Pharmakonzern Bayer Schering bietet seinen Mitarbeitern ein Leichtathletik-Training und einen Lauftreff an. Auch andere Firmen sind rührig: Arbeitnehmer sollten sich einfach mal in der Personalabteilung erkundigen.

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