LEBENSVERSICHERUNG : Wer aussteigt, geht nicht mehr leer aus

STILLE RESERVEN

Die größten Änderungen bringt das VVG den Lebensversicherungen. Diese müssen ihre Kunden künftig an den sogenannten stillen Reserven beteiligen. Stille Reserven entstehen, wenn Wertpapiere oder Immobilien einen höheren Wert haben als in der Bilanz ausgewiesen. Bei Beendigung des Vertrags durch Ablauf oder Kündigung wird den Kunden künftig die Hälfte der stillen Reserven ausgezahlt, die mit seinen Beiträgen erwirtschaftet worden sind. Die andere Hälfte bleibt im Unternehmen. Während Verbraucherschützer Rudnik mit einer leichten Erhöhung der Gewinnbeteiligung rechnet, dämpfen die Unternehmen die Hoffnung der Kunden. „Die Politik schafft kein Geld“, sagt Alois Schnitzer von der Huk Coburg. Er fürchtet vielmehr, dass die Schwankungen bei der Überschussbeteiligung durch die neue Regelung größer werden. „Mit den stillen Reserven haben wir in der Vergangenheit unsere Gesamtverzinsung stabilisieren können“, so Schnitzer. Die Beteiligung an den stillen Reserven gilt ab 2008 auch für Altverträge. Es werden aber nur stille Reserven berücksichtigt, die 2008 oder später entstanden sind.

RÜCKKAUFWERTE

Die Abschluss- und Vertriebskosten müssen für Verträge, die 2008 oder später abgeschlossen werden, auf die ersten fünf Jahre verteilt werden. Heute werden sie oft noch mit den ersten Versicherungsprämien des Kunden verrechnet, so dass Verbraucher, die in den ersten Jahren kündigen, oft gar nichts von ihren Beiträgen zurückbekommen. „Es wird keinen Totalverlust mehr geben“, sagt Versicherungsberater Rudnik. Die Branche sieht die Neuregelung, die auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs zurückgeht, kritisch: „Wer früher ausscheidet, bekommt mehr. Wer länger durchhält weniger“, sagt Eckhard Marten vom Branchenführer Allianz Leben. „Das ist eine reine Umverteilung innerhalb der Versichertengemeinschaft.“ hej

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