Verbraucher : Mehr Beschwerden bei privaten Banken

Daniel Mohr

Berlin - Die Zahl der Beschwerden beim Ombudsmann der privaten Banken hat sich im vergangenen Jahr auf 4263 erhöht. 2003 hatten sich nur 2470 Kunden über ihre Bank beschwert. „Das ist ein einmaliger Ausreißer“, erklärte Harald Noack, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, bei der Vorstellung des Ombudsmann-Jahresberichts am Mittwoch in Berlin. Für 2005 rechnet der Verband wieder mit weniger als 3000 Beschwerden.

Der Anstieg sei auf Änderungen im Schuldrecht zurückzuführen. Die Verjährungsfrist bei „Schrottimmobilien“ verkürzte sich von 30 auf drei Jahre. Altansprüche verjährten dadurch zum 31. Dezember 2004. „Viele Kunden wollten durch eine Beschwerde die Verjährung zumindest hinauszögern“, sagte Noack. Von den 3295 bearbeiteten Beschwerden wurden 1870 zugelassen. 1040 Mal entschieden die Ombudsleute im Sinne des Kunden, 750 Mal zugunsten der Bank. 77 Fälle endeten im Vergleich.

Die meisten Beschwerden richteten sich gegen Kreditentscheidungen oder Mängel in der Wertpapierberatung. An die vier Ombudsleute kann sich jeder Kunde wenden. Sie sind jedoch keine Rechtsberater. Das Verfahren dauert in der Regel nicht länger als sechs Monate und ist kostenlos. Beschwerden zum Girokonto für jedermann sollen in der Regel binnen eines Monats bearbeitet werden. Ist der Kunde mit der Entscheidung des Ombudsmanns nicht einverstanden, steht ihm der Weg vor ein ordentliches Gericht offen.

Mehr Informationen im Internet:

www.bankenombudsmann.de

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