Mieser Geschmack : Basmati-Reis im Test

Schadstoffe, aromatische Fehler und Schummelei: Der Basmati-Reis-Test bringt es an Licht. 16 Produkte sind mangelhaft, in zweien steckte kein Korn des edlen Reises

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Seine schlanken Körner sind 6,5 Millimeter lang und er hat ein besonderes, blumiges Aroma, dem er seinen Namen verdankt: Basmati bedeutet in der altindischen Gelehrtensprache Sanskrit „Der mit dem Duft“ und ist eine der edelsten Reissorten der Welt. Der echte kommt vom Fuße des Himalaya: Nur 15 Varianten des aus Ostpakistan und Nordindien stammenden Reises sind als Basmati anerkannt. Das gibt der „Code of Practice on Basmati Rice“ vor – ein Leitfaden, den Großbritannien als frühere Kolonialmacht der Region entwarf. Auch dürfen demnach in echtem Basmati nur bis zu sieben Prozent Fremdreis stecken, und der Anteil der gebrochenen Körner darf nicht über zehn Prozent liegen.

Bis Basmati in deutschen Supermärkten landet, hat er eine lange Reise hinter sich. Ab Juni, der Zeit des Monsunregens, wird er in Indien und Pakistan eingepflanzt und im November geerntet. Wenige Tage nach der Ernte geht der Reis an Zwischenhändler, die ihn an Reismühlen verkaufen. Dort reift er bis zu 18 Monate in Silos oder Jutesäcken, bis er schließlich in großen Containern nach Europa verschifft wird. Der edle Reis hat seinen Preis: Auf dem Weltmarkt kostet eine Tonne Premium-Basmati 1600 Dollar.

Wie gut der Basmati schmeckt und riecht, der bei uns in den Supermärkten landet, ob er echt ist oder vielleicht sogar Schadstoffe enthält – das hat die Stiftung Warentest bei 31 Produkten getestet. Sie prüfte 22 Mal weißen Reis, sowohl lose als auch in Kochbeuteln, sechs Mal Bio-Vollkornreis und drei Mal vorgegarten Reis. 16 Mal mussten die Tester die Note „mangelhaft“ vergeben, bei 14 dieser Produkte fiel die sensorische Beurteilung – also Geruch, Geschmack und Konsistenz – ebenfalls „mangelhaft“ aus. Nur sieben Produkte waren „gut“.

Der beste lose Basmatireis war Tilda Pure, der in Asialäden verkauft wird. Er stammt zu 100 Prozent aus dem Himalaya und schmeckte den Testern am besten. Ebenfalls „gut“ war der lose Basmati von Kaiser’s Tengelmann und der deutlich günstigere Reis von Real/Tip. Beim Reis von Kaiser’s und Tilda fanden sich wie in drei weiteren Produkten aber Spuren von Bromid. Das lässt darauf schließen, dass der Reis in Containern transportiert wurde, die vorher zum Schutz vor Schädlingen mit Methylbromid besprüht wurden. Ein gesundheitliches Risiko gibt es nicht, aber der Stoff schadet der Umwelt. Beim Kochbeutel-Reis lagen die Produkte von Real und Uncle Ben’s vorn.

Geschummelt wurde allerdings bei beiden Sorten. Bei Rewe und Penny steckte nach den DNA-Tests der Stiftung kein Korn Basmati in den Packungen. Der Kochbeutel-Basmati von Rewe bekam deshalb die Note „mangelhaft“, so wie der lose Reis Penny Macariso, der zudem noch schlecht schmeckte und zu viel Aflatoxin enthielt. Das ist ein krebserregendes Gift, das durch Schimmelpilz entsteht. Scheherazade enthielt mit 16 Prozent ebenfalls zu viel Fremdreis.

Alle vorgegarten Reisprodukte waren „mangelhaft“, weil sie nicht nach Basmati schmeckten und „gummiartig im Biss“ waren. Zudem stecken darin Fett, Salz und Zusatzstoffe.

Auch der Bio-Reis hielt unangenehme Überraschungen bereit. Von den sechs Bio-Vollkorn-Produkten war nur das von Alnatura pestizidfrei. Basic, Gut & Gerne sowie Green waren deutlich belastet, Davert und Rapunzel leicht. Die gefundenen Pilzpestizide sind nicht für den Ökoanbau zugelassen. Green enthielt zudem ebenfalls zu viel Aflatoxin.

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