Mikrowellen im Test : Nie mehr labberige Pizza

Nur jede vierte Mikrowelle ist gut. Die neuen Modelle sind allerdings effizient und unbedenklich.

Anne Grieger

Mikrowellen hatten lange einen miesen Ruf. Labberige Pizza, halbgares Gemüse und die Frage, ob die Wellen nun krebserregend seien, verunsicherten Verbraucher. Nach einem Test der Stiftung Warentest kann zumindest in Sachen Gesundheitsrisiko Entwarnung gegeben werden. Alle der 16 getesteten Kombi-Mikrowellen, von denen vier mit „gut“ bewertet wurden, sind unbedenklich. „Es besteht kein Anlass zur Panik“, sagt Jürgen Tewes von der Stiftung Warentest. „Die austretenden Mikrowellen liegen deutlich unter dem Grenzwert.“ Selbst ältere Geräte seien unbedenklich, sofern sie keine groben Beschädigungen am Gehäuse aufwiesen.

Vom Ergebnis der zubereiteten Speisen waren die Tester nicht immer überzeugt. Zwar können Kombi-Mikrowellen deutlich mehr, als einfache Geräte: Jedes der Modelle im Test, die zwischen knapp 100 und 650 Euro kosten, hat einen Grill und mit Ausnahme von Delonghi und Bomann auch Heißluft. Doch die Automatikprogramme der Geräte führen meist nicht zum gewünschten Ergebnis. Um ein Huhn außen knusprig zu braten und innen gar zu bekommen, müssen viele Kombi-Mikrowellen individuell bedient werden. Auch Kuchen, Lasagne und Pizza gelingen nach Einschätzung der Tester besser, wenn man die Garzeit nach Rezept selber einstellt.

Wichtig ist angesichts der vielen Funktionen der Geräte eine einfache Handhabung. Wer bei bis zu 25 Automatikprogrammen den Durchblick behalten will, braucht griffige Bedienungsanleitungen und klare Beschriftungen. Der Testsieger von Samsung, der das Gesamturteil „gut“ (2,1) erzielte, überzeugte die Tester vor allem durch eine Bedienung, die Schritt für Schritt durch die Programmauswahl leitet sowie durch eine gute Gebrauchsanleitung, umfangreiche Garempfehlungen und Rezepte. Über displaygeführte Einstellungen verfügen auch die „guten“ Modelle von LG und Panasonic und das „befriedigende“ von Sharp.

Positiv wertete die Stiftung Warentest die schnelle und energieeffiziente Erwärmungsleistung von Mikrowellen besonders bei kleinen Mengen. Ein Becher Milch sei schon erhitzt, bevor ein Küchenherd überhaupt aufgewärmt sei. Auch bei Pizza, Lasagne und Hähnchen halbierte sich die Zubereitungszeit gegenüber dem Backofen. Bei größeren Zubereitungsmengen überwiegen die Vorteile des Ofens hingegen weiterhin deutlich, urteilt das Prüfinstitut.

Fazit: Mikrowellen sind praktisch, wenn es schnell gehen muss. Die Reinigung kann aber eine ganze Weile dauern. Bräunungsteller mit Antihaftbeschichtungen bei Delonghi, Panasonic, Samsung und Whirlpool lassen sich schneller säubern, das Gehäuse, das bei allen getesteten Modellen in einem Edelstahl-Look gehalten ist, ist jedoch reinigungsintensiv.

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