Mitfahrgelegenheit : Neue Portale bieten kostenlose Vernetzung von Fahrern und Mitfahrern

Das Internetportal mitfahrgelegenheit.de ist seit Ende März kosten- und registrierungspflichtig. Neue Seiten bieten den Service gratis an.

Manuela Tomic
Die beiden machen es auf die altmodische Tour und halten den Finger raus. Neue Onlineportale bieten jetzt einen neuen Gratisservice zur Vernetzung von Fahrern und Mitfahrern.
Die beiden machen es auf die altmodische Tour und halten den Finger raus. Neue Onlineportale bieten jetzt einen neuen...Foto: dpa

Als „Mehrwert“ beschreibt Thomas Rosenthal, Sprecher von mitfahrgelegenheit.de das neue Registrierungssystem des Portals: „Vorher waren nur die Fahrer registriert und die Mitfahrer blieben anonym, bis sie ins Auto eingestiegen sind. Heute haben wir eine Transparenz geschaffen. Fahrer und Mitfahrer wissen bereits vor der Fahrt auf wen sie sich einlassen.“

Neben der Registrierung müssen Fahrer ab einer Strecke von 100 Kilometern eine Vermittlungsgebühr von 11 Prozent zahlen. Setzt ein Fahrer den Preis auf 20 Euro, so muss er 2,20 Euro an die Mitfahrzentrale für die Vermittlung abgeben. „Wir haben über 4,5 Millionen Nutzer und über 60 Mitarbeiter sorgen dafür, dass das Ganze funktioniert. Das muss auch finanziert werden“, sagt Rosenthal.  

Einige Nutzer haben versucht, das Registrierungssystem auf mitfahrgelegenheit.de zu umgehen, in dem sie eine Telefonnummer oder E-Mail im Info-Text über ihr Angebot angegeben haben. „Wir behalten uns vor, die von Fahrern gemachten Angaben bezüglich der Fahrtdetails zu entfernen“, sagt Rosenthal.

Das ging einigen Nutzern zu weit. Sie kündigten auf sozialen Plattformen an, das Portal nicht mehr zu verwenden. Nun versuchen ähnliche Seiten mit einem kostenlosen Angebot bei den Nutzern zu punkten. Sie heißen „BlablaCar“, „flinc“ und „Drive2day“ und sind als kostenlose Alternative schnell online zu finden.  

Auch Stephan Grätz hat als Reaktion auf die Veränderung bei mitfahrgelegenheit.de die kostenlose Zentrale bessermitfahren.de gegründet. Der Berliner hat gemeinsam mit einem Freund die Mitfahr-Seite programmiert und möchte so dem beliebten Portal trotzen: „Wir brauchen keine 60 Mitarbeiter“, so Grätz, „mich stört, dass dieser Service kommerzialisiert wird. Ich möchte mich nicht kontrollieren lassen, Freiheit und Spontaneität sind mir wichtig.“

Noch können andere Mitfahr-Portale nur schwer mit mitfahrgelegenheit.de mithalten, was die Zahl der Angebote angeht. Ein Test: Wenn man eine Mitfahrmöglichkeit von Berlin nach Leipzig sucht, so findet man auf mitfahrgelegenheit.de für einen Tag rund 35 Angebote, auf mitfahrzentrale.de fünf Angebote, auf bessermitfahren.de zwei Angebote, auf drive2day.de zwei Angebote auf blablacar.de ein Angebot, und bei flinc muss man sich registrieren, um suchen zu dürfen. Es wird also noch etwas dauern, bis die Zahl der Mitfahrgelegenheiten auch bei alternativen Anbietern steigt. Wer Gebühren und der Registrierung entgehen möchte, muss sich für die Suche mehr Zeit einplanen. 

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