Mobiltelefon : Kling, Handy, klingelingeling

Bimmeln unterm Weihnachtsbaum: Wer zum Fest ein Mobiltelefon verschenken möchte, sollte ein Gerät ohne Vertragsbindung kaufen.

Corinna Visser
314017_0_b7bcc55a.jpg
Fotos: p-a/gms (5); Montage: Mikagms

Berlin - Die Auswahl ist riesig und die Verkäufer überbieten sich vor dem Fest mit Sonderangeboten. Wer zu Weihnachten ein Handy verschenken will, hat eine schwierige Entscheidung zu treffen. Denn ein bestes Angebot für jedermann gibt es nicht. Am Anfang steht die Entscheidung: mit Vertrag oder ohne? Falko Hansen vom Onlineportal Teltarif rät davon ab, ein Handy mit Vertrag zu verschenken. Zum einen könne der Schenkende nur schwer abschätzen, welches der passende Tarif ist. Werden zum Beispiel Inklusivminuten weit überschritten, kann es teuer werden. Auch wenn Kontingente nicht ausgenutzt werden, sind die Tarife nicht attraktiv. „Außerdem muss das Weihnachtsgeschenk auf diese Weise über zwei Jahre lang abbezahlt werden“, sagt Hansen.

All dies spricht eher dafür, ein Handy ohne Vertrag zu verschenken. Dabei sollte der Käufer darauf achten, dass das Mobiltelefon zusätzlich weder an einen bestimmten Tarif noch an ein Netz gebunden ist, also Sim- und Netlock-frei ist, wie es im Fachjargon heißt. Nur so ist gewährleistet, dass der Beschenkte seinen Tarif frei wählen kann (siehe Tabelle). Handys, die zum Beispiel für den verlockenden Preis von einem Euro angeboten werden, stellen sich später meist als teuer heraus, weil sie an einen weniger attraktiven Tarif gebunden sind.

Unterm Strich ist es also meist günstiger, das Handy zum vollen Preis zu kaufen. Die Preisspanne reicht von 20 bis 800 Euro und richtet sich im Prinzip danach, was ein Handy alles kann. Hier kommt es also darauf an, was der Beschenkte mit dem Mobiltelefon alles machen möchte. „Wer einfach nur telefonieren und ein paar SMS verschicken will, für den reicht ein günstiges Modell für deutlich unter 100 Euro“, sagt Hansen von Teltarif. Echte Multimedia-Handys sind dagegen teurer. Alleskönner gibt es ab etwa 350 Euro. Wer aber zum Beispiel neben dem Telefonieren mit dem Handy vor allem Musik hören will, der braucht unter Umständen eben nicht unbedingt auch eine Zehn-Megapixel-Kamera.

Auch das bei vielen so begehrte iPhone ist inzwischen hierzulande nicht mehr nur beim Apple-Exklusivpartner T-Mobile erhältlich. Einige Telefondiscounter, wie etwa Blau oder Simyo, bieten das iPhone ohne Vertrag an. Doch billig ist das nicht. Bei Simyo kostet das aktuelle iPhone 3GS mit 32 Gigabyte Speicherplatz zum Beispiel 799 Euro plus Versand.

Wer Wert auf eine persönliche Beratung legt, ist im Fachhandel am besten aufgehoben, meint Teltarif-Sprecher Hansen. Er rät Kunden jedoch, sich vorher trotzdem im Internet über die Preise zu informieren. „Vielleicht lässt sich dann mit dem Verkäufer im Laden noch verhandeln“, sagt Hansen. Wer sich selbst schlaumachen will: Testberichte und Gerätevergleiche gibt es im Netz in großer Zahl. Meist sind die Mobiltelefone in den Onlineshops auch deutlich günstiger.

Von speziellen Kinder- und Jugendtarifen rät Hansen ab. Die Tarife sind in der Regel teurer als Prepaid-Discounter. Kostenkontrolle hat man bei diesen vorausbezahlten Telefonkarten aber auch. „Die Eltern können per Dauerauftrag das Telefon-Taschengeld jeden Monat auf die Karte laden“, sagt Hansen. Vom Argument der Anbieter von Kinder- und Jugendtarifen, dass sie auch den mobilen Zugriff auf unerwünschte Onlineseiten sperren, hält Hansen wenig. „Solche Sperren lassen sich überwinden – und meist sind die Kinder den Eltern technisch immer einen Schritt voraus“, sagt er. Zudem könne mit Sperren auch nicht verhindert werden, dass die Kinder in der Schule unerwünschte Filme austauschen. „Da ist ein aufklärendes Gespräch mit dem Nachwuchs weitaus effektiver“, meint Hansen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben