MP3-PLAYER IM TEST : Klang lass nach

Schön klein sind alle Modelle, aber viele taugen nichts: Miese Kopfhörer, schlappe Akkus und fummelige Tasten machen keinen Spaß.

Oliver Voss
MP3-Player
Der MP3-Player von Samsung schaffte im Test die Note gut. -Foto: Samsung Electronics Deutschland

Alle Lieblingslieder ständig dabei – das geht nur mit MP3-Playern, weil die sehr handlich sind. 19 dieser winzigen Geräte hat die Stiftung Warentest getestet, sieben davon erhielten das Gesamturteil gut.

Bestes Gerät im Test war der „Sandisk Sansa e250“. Der MP3-Player für 119 Euro überzeugte durch Klang, Bedienung und seine hervorragenden Akkus. Der „Sandisk“ hat ein gutes Display, mit dem man auch Fotos und Videos darstellen kann, außerdem lässt sich der zwei Gigabyte große Speicher noch erweitern. Er lässt sich gut bedienen und verfügt sogar über ein eingebautes Mikrofon.

So eine umfangreiche Ausstattung hatten nicht alle Geräte. Zudem konnte die Hälfte beim wichtigsten Kriterium nicht überzeugen: dem Klang. Acht Spieler erhielten höchstens ein „befriedigend“, das lag aber oft an den mitgelieferten Kopfhörern. Mit besseren Stöpseln klingen sie in der Regel gleich viel besser. Nur den Philips SA2115 könnten auch die besten Kopfhörer nicht retten, urteilten die Warentester. Das Urteil: „ausreichend“.

Insgesamt schlechter war einzig der „Trekstor vibez“. Das Urteil „mangelhaft“ hat jedoch einen besonderen Grund: „Der ist so derbe laut, dass man sein Gehör gefährdet“, sagt Tester Michael Wolf. Die Maximallautstärke liegt um ein Viertel über dem in Frankreich geltenden Grenzwert von 100 Dezibel – in Deutschland gibt es keine gesetzliche Beschränkung. „Vor allem in lauter Umgebung merkt man oft nicht, wie laut man hört“, sagt Wolf. Dann drohen langfristige Gehörschäden.

Zu einer Abwertung bei fast allen MP3-Playern führte die Handhabung. Neben dem Testsieger kamen hier nur der „Iriver S10“, der „Archos 204“ und der „Trekstor vibez“ auf ein „gut“. Je kleiner die Geräte, desto schwieriger ist oft die Bedienung, das zeigt sich auch beim kleinsten iPod, dem „Shuffle“. Er ist kleiner als eine Streichholzschachtel und Apple hat einfach auf ein Display verzichtet. Das macht es fast unmöglich, gezielt einen bestimmten Song anzuspielen.

Wie es anders geht, zeigt der „Iriver S10“ für 169 Euro. Der Winzling hat ein ähnliches Format wie der „iPod Shuffle“, aber ein Display. Das ist beweglich und funktioniert zugleich als eine Art Joystick. Die Bedienung ist gewöhnungsbedürftig, doch man kann sich gut durch die Songs klicken. Nachteil des „Iriver“: Die Akkus halten nur sieben Stunden.

Am längsten hält der „Sony NW-S703F“ durch – fast zwei Tage kann man Musik hören. Das Gerät für 124 Euro ist etwas umständlich zu bedienen, erhielt insgesamt jedoch ein „gut“. Ein Pluspunkt sind die Akkus des Testsiegers „Sandisk Sansa“. 20 Stunden läuft das Gerät nonstop und ist in einer halben Stunde wieder aufgeladen. Beim „iPod Shuffle“ dauert es vier Stunden länger und der Akku macht früher schlapp.

Der „gute“ „Samsung YP-K3“ hat auch eine lange Laufzeit und ein eingebautes Radio. Der „Archos 204“ hat eine zehnmal so hohe Speicherkapazität wie die meisten Geräte und lässt sich gut bedienen. Wegen der mäßigen Akkus und schlechter Kopfhörer bekam er jedoch insgesamt nur die Note „befriedigend“.


Kauftipps


Geht der Akku kaputt, hat man ein Problem. Denn bei den wenigsten Playern kann man den Akku austauschen. Kaufen Sie also am besten Geräte mit austauschbarem Akku. Ein weiteres Ärgernis: Nur wenige Hersteller liefern noch Ladegeräte mit. Man muss die Player also entweder an den Computer anschließen oder ein Ladegerät dazukaufen. Beachten sollte man vor dem Kauf auch, welche Musikformate die Geräte abspielen. Die meisten Lieder, die man in den Musikportalen im Internet kaufen kann, haben einen Kopierschutz und laufen nicht überall. So lassen sich Lieder aus dem Online-Geschäft von Apple auch nur auf dem iPod abspielen. ov

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