Verbraucher : Neu rechnen

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STEUERVORTEIL

Windkraft oder Solar-Fonds geben ihre in der Investitionsphase auflaufenden Verluste an die Anleger weiter. Spitzenverdiener können diese Verluste mit anderen Einkommen und Kapitaleinkünften verrechnen – und so Steuern sparen. Ein Beispiel: Zahlt ein Anleger 100000 Euro in einen Fonds mit einer Verlustzuweisung von 70 Prozent ein, kann er ein Minus von 70000 Euro beim Fiskus geltend machen. Sein zu versteuerndes Einkommen von zum Beispiel 150000 Euro reduziert sich so auf 80000 Euro. Muss er diesen Betrag mit dem Spitzensteuersatz von 42 Prozent versteuern, bleibt eine Steuerlast von 33600 Euro. Zum Vergleich: Ohne die Verlustzuweisung wären 63000 Euro angefallen. Steuerersparnis : 29400 Euro.

STEUERPLÄNE

Fonds, die nach dem 18. März 2005 in den Vertrieb gegangen sind und Verlustzuweisungen von mehr als zehn Prozent anbieten, soll es an den Kragen gehen. Dazu soll Paragraf 2b des Einkommensteuergesetzes durch Paragraf 15b ersetzt werden. Das bedeutet: Liegen die Anfangsverluste über zehn Prozent des eingesetzten Kapitals, können sie nicht mehr mit anderen Einkünften verrechnet werden – sondern nur noch mit Gewinnen desselben Fonds . Die Folge: Die Rendite nach Steuern sinkt. Da viele Fonds ihre Prognosen nicht oder verspätet einhalten, steigt das Risiko des Kapitalverlustes. Offen ist allerdings, inwieweit der Stichtag bei Neuwahlen beibehalten wird.

ALTERNATIVEN

Einige Anbieter arbeiten an Fonds, die früher ausschütten und bei denen die Rendite – auch ohne Steuervorteil – im Vordergrund steht. Auch sollen mehr Produkte mit Ausschüttungsgarantien und flexibleren Laufzeiten angeboten werden. Für Anleger heißt das: Statt auf die Höhe der Verlustzuweisung muss stärker auf die Leistungsbila nz der Fondsinitiatoren geachtet werden. mot

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