Verbraucher : Nichts für Softies

Heike Jahberg

DAS TESTURTEIL: 1 Punkt (0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen)

testet eine Eismaschine Manchmal sollte man doch auf seinen Gatten hören. Meiner hatte von Anfang an gegen den „Ice Cream Maker“ (69Euro, www.erlebnisladen.de) votiert – allerdings ohne Erfolg. Mit drei Stimmen gegen eine entschieden die Kinder und ich uns für den nostalgischen Softeis-Macher – obwohl er aus China kommt und wir gar nicht wissen, ob die Chinesen überhaupt Softeis kennen.

Aber wir kennen Softeis und wir lieben es. Denn Softeis ist mehr als nur Eis. Es ist ein Ausflug in die Kindheit, eine Erinnerung an heiße Sommer, an Zoobesuche mit den Eltern, an Ferien an der See, an aufgeschlagene Knie und geklaute Kirschen. Selten haben die Kinder und ich ein Testgerät so herbeigesehnt wie dieses. Und selten bin ich mehr beneidet worden als an dem Tag, an dem ich die Maschine von der Arbeit nach Hause trug. Wildfremde Menschen warfen mir sehnsüchtige Blicke zu und hätten mir meinen Schatz am liebsten entrissen.

Doch dann die ersten Mühen: Die Maschine will zusammengebaut werden. Das ist nicht ganz einfach, am Ende muss der Gatte ran. Zwar gibt es Fotos in der Bedienungsanleitung, aber die Montageanleitung ist in Englisch. Schließlich steht die Maschine, den Zapfhahn montiere ich selbst. Das ist ein Fehler.

Wir mischen Sahne, Milch, Puder- und Vanillezucker. Wir gießen den Brei vorschriftsmäßig in die Eistrommel und schalten das Gerät ein. Nur kurze Zeit, versprach die Anleitung, dann könnten wir unser köstliches Softeis genießen. Aber wie kurz ist kurz? Nach fünf Minuten machen wir den ersten Test. Waffelhütchen drunter, Zapfhahn auf – und der ganze Milch-Sahne-Zucker-Brei schießt aus der Maschine und ergießt sich in unsere Küche. Nächster Versuch – jetzt mit ordnungsgemäß montiertem Ausguss und voller Konzentration. Die Maschine rührt und rührt und wir lassen sie lieber noch ein wenig länger rühren. Oben ist der Brei noch flüssig, unten hart. So hart, dass man nichts zapfen kann. Aus der Traum vom Softeis. Stattdessen schaufeln wir unser Eis mit Löffeln oben aus der Trommel. Lecker, sahnig, aber weit entfernt davon, ein Softeis zu sein.

Wir haben die Maschine dann ein wenig traurig zur Seite geräumt. Vielleicht wissen Chinesen wirklich nicht, wie ein Softeis aussieht. Aber immerhin bauen sie hübsche Eiswägelchen und sorgen dafür, dass auch die Ehemänner mal Recht haben dürfen.

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