Verbraucher : Noch nicht ganz fit

Wer nur Gerätetraining will, kann nach dem Preis gehen. Auch in den Luxusstudios lässt die Betreuung oft zu wünschen übrig

Ina Brzoska

Junge gebräunte Männer schwitzen unter Hantelbänken. Prüfend blicken sie auf ihre zuckenden Muskeln in den verspiegelten Wänden. Leicht bekleidete Frauen mit Kopfhörern steppen auf Crosstrainern im Gleichschritt zur Musik von MTV. Im Aerobicsaal ertönen brasilianische Trommelklänge: Tanzwütige verrenken sich nach den Regeln der neuesten Trendsportart Capoeira.

Lange Zeit waren Fitnessstudios als Mucki-Buden verschrien. Die großen Ketten haben jedoch dafür gesorgt, das schlechte Image zu verbessern. Sie locken mit Massagen, Ernährungskursen, Sauna und Trendsportarten wie Pilates oder Yoga und der individuellen Betreuung durch Fitnesstrainer.

Das kommt an. Zwar sind die Deutschen nicht so fitnessbegeistert wie beispielsweise Spanier, Niederländer oder Schweizer. Aber auch hierzulande trainieren immerhin rund fünf Millionen Sportwillige in Fitnesstempeln. Und einige von ihnen sind bereit, dafür richtig viel Geld auszugeben. Die Preise liegen zwischen 16 und 100 Euro monatlich.

Grund genug für die Tester der Stiftung Warentest, in 21 verschiedenen Studios zwischen Hamburg und Köln probezuschwitzen. Sieben bundesweit vertretene Ketten wurden geprüft, die meisten von ihnen haben auch Studios in Berlin.

Das Ergebnis ist mäßig: Fünf der sieben Ketten schnitten mit „befriedigend“ ab. Die einzig „gute“ Kette ist Kieser, bei einem moderaten Jahresbeitrag von 440 Euro. Die Luxus-Kette Holmes Place erhielt wegen zu vieler juristischer Fallstricke sogar nur ein „Ausreichend“. Kieser überzeugte die Tester nicht nur durch den vergleichsweise moderaten Preis, sondern vor allem durch eine gute Einführung bei der Nutzung von Fitnessgeräten.

Schwachpunkt bei allen Anbietern : die Betreuung durch Trainer während des Trainings. Kein Studio kam hier über ein „Befriedigend“ hinaus. Die Kette McFit erhielt in diesem Punkt sogar nur ein „Ausreichend“. In kaum einem Studio war stets ein Trainer anwesend, regelmäßige Rundgänge des Personals waren ebenfalls Fehlanzeige. Bei den Kursen war die Betreuung der Kunden dagegen deutlich besser.

Gute Noten verteilte die Stiftung Warentest bei der Ausstattung der Geräte und der Räumlichkeiten. Hier überzeugten alle Fitnessketten: Alle Studios bieten ihren Kunden vielfältige Trainingsmöglichkeiten an zahlreichen und unterschiedlichen Geräten. Fazit der Verbraucherschützer: Die teuren Studios heben sich von den billigen nur durch umfangreichere Leistungen ab – Kurse, Wellnessbereich, Pool. Wer nur an den Geräten trainieren will, kann daher auch zu einem günstigeren Studio gehen.

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