PAKETDIENSTE Preise, Service, Fristen : Schöne Bescherung

Wer zu Weihnachten Pakete verschicken will, sollte nicht automatisch zur Post gehen. Manchmal ist die Konkurrenz günstiger

Alexander Wragge

Einen Monat vor Weihnachten beginnt die Zeit des Paketschnürens. In den Weihnachsmonaten stellt allein die Deutsche Post dreimal so viele Pakete zu wie in den übrigen Monaten. Wer lieber in Geschenke investiert statt in ihren Versand, sollte die Preise und Konditionen der zahlreichen Paketdienste vergleichen.

SELBST IST DER KUNDE

Packstationen. In der Vorweihnachtszeit stehen in vielen Postfilialen die Kunden Schlange. Das muss nicht sein. Die Deutsche Post und ihre Paketsparte DHL bieten neben 204 Berliner Filialen auch 70 automatisierte Packstationen, zum Beispiel in der Frankfurter Allee oder der Skalitzer Straße. Zu jeder Tages- und Nachtzeit lassen sich hier Pakete aufgeben, gezahlt wird mit EC-Karte.

Annahmestellen. Über die Stadt verteilt finden sich zudem die Paketannahmestellen der alternativen Anbieter. Ihre sogenannten Paketshops verbergen sich in Partnergeschäften. Getränkemärkte, Tabakläden oder Wäschereien mit den entsprechenden Logos an der Tür nehmen Pakete in Empfang. In der Regel sind sie zentral gelegen und mindestens bis 20 Uhr geöffnet.

Die meisten Berliner Paketshops arbeiten mit dem Paketdienst Hermes zusammen. In 619 Läden können Pakete aufgegeben werden. Die Konkurrenz von General Logistics Systems (GLS) kommt auf 182, United Parcel Service (UPS) auf zwölf Paketshops. Der Anbieter illox ist ein Versandvermittler. Partnerunternehmen wie DHL, UPS und GLS nehmen auch Iloxx-Pakete in Empfang. Wo die nächstgelegenen Paketshops oder Packstationen sind, finden Sie über die entsprechende Postleitzahl im Internet.



ABHOLSERVICE

Kunden, die den Transport zu einer Paketannahmestelle scheuen, können Pakete auch zu Hause abholen lassen. Der Service ist bei Der Courier selbstverständlich, weil der Anbieter über keine Paketshops oder Filialen verfügt. Bei den anderen Paketdiensten kostet das Abholen extra, allerdings nicht unbedingt viel: Hermes holt ein Päckchen bereits für 6,90 Euro. Voraussetzung: Die Summe der kürzesten und der längsten Seite des Päckchens überschreitet nicht 50 cm. Die Auftragserteilung erfolgt auch bei den anderen Anbietern telefonisch oder über das Internet. Der Nachteil des Abholservices: Nur der Abholtag und nicht die genaue Abholzeit kann vereinbart werden. Es muss immer jemand zu Hause auf den Paketdienst warten, der irgendwann innerhalb der Geschäftszeiten kommt.



IM INTERNET BILLIGER

Die meisten Paketdienste bieten dem Kunden an, einzelne Schritte des Versands online durchzuführen und damit Geld zu sparen. Wer zum Beispiel den Paketschein zu Hause am Computer mit der Kreditkarte erwirbt und ausdruckt, zahlt bei der Deutschen Post einen Euro weniger pro Sendung. Das kleinste Paket von Hermes kostet mit Online-Paketschein 3,85 Euro statt 4,10 Euro. Wird das Abholen eines Pakets online in Auftrag gegeben anstatt am Telefon, lassen sich bei der Deutschen Post bis zu sieben Euro sparen.

AUF DIE PLÄTZE

Damit Geschenke pünktlich zu Weihnachten ankommen, sollten die von den Anbietern angegebenen Fristen eingehalten werden (siehe Tabelle). Die üblichen Lieferzeiten, die innerhalb Deutschlands ein bis drei Tage betragen, können kurz vor Weihnachten nicht immer eingehalten werden.

Ausland. Beeilen sollte sich, wer Pakete in Länder außerhalb Europas versendet. Hier nennt die Deutsche Post eine Frist bis zum 1. Dezember. Den spätesten weltweiten Weihnachtsversand bietet UPS. Allerdings sind die Fristen der Anbieter nur Richtwerte und garantieren keine pünktliche Zustellung. Zudem hängt die Lieferzeit auch davon ab, in welches Land geliefert wird.

Expressdienste. Wer es nicht schafft, die Fristen einzuhalten, dem bleiben nur die deutlich teureren Expressdienste. Je nach Lieferzeit kostet der Expressservive bei der Deutschen Post zwischen 12,50 und 33 Euro extra. Weil Heiligabend in diesem Jahr auf einen Montag fällt, müssen selbst Eilsendungen innerhalb Deutschlands schon am Samstag, dem 22. Dezember, aufgegeben werden, damit sie noch rechtzeitig ankommen.



SONDERFÄLLE

Für manche Paketdienste ist für den Versandpreis die Größe des Pakets entscheidend, für andere das Gewicht. Sind die Geschenke sehr groß oder sehr schwer, handelt es sich etwa um ein Bild oder eine Bowlingkugel, kann sich ein Preisvergleich erheblich auszahlen. Ein großes Paket im Format 120 x 30 x 60 cm mit einem Gewicht von bis zu fünf kg kostet bei Der Courier zum Beispiel nur 7,40 Euro. Sehr kleine, aber dafür schwere Pakete sind günstig über GLS zu verschicken. Hier kostet der Versand eines Pakets, dessen kürzeste und längste Seite zusammen 50 cm nicht überschreiten, selbst dann noch 5,90 Euro, wenn es bis zu 40 kg wiegt.

AUSLANDSPREISE

Die Preise für den internationalen Paketversand sind je nach Empfängerland unterschiedlich. Für kleine, leichte Pakete bietet die Deutsche Post die günstigsten Tarife. Ein Zwei-Kilo-Päckchen lässt sich innerhalb der EU für 8,60 Euro verschicken, in den Rest der Welt für 12,90 Euro. Bei UPS geht der Auslandsversand ab 15 Euro los. Hermes und Der Courier stellen nur innerhalb Europas zu.

VERSICHERUNGEN

In der Regel haften Paketdienste bei Verlust der Pakete in einer Höhe von bis zu 500 Euro. Bei GLS erhalten die Kunden sogar bis zu 750 Euro zurück, wenn die Geschenke verlorengehen. Wer allerdings kleine Päckchen mit teurem Inhalt über die Deutsche Post verschickt, geht ein Risiko ein. Im Versand innerhalb Deutschlands haftet das Unternehmen erst ab einem Paketpreis von 5,90 Euro. Pakete ins europäische Ausland sind ab einem Versandpreis von 17 Euro versichert, Pakete in Länder außerhalb Europas ab 30 Euro. Bei illox sind Versicherungen zusätzlich zu buchen.

Weitere Informationen unter www.posttip.de

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