Private Rentenvorsorge : Riestern lohnt sich – aber nicht immer

Stiftung Warentest untersucht 35 Anbieter privater Altersvorsorgen. Nur drei schnitten mit "sehr gut" ab, die meisten waren nur Mittelmaß. Geringverdiener sollten sich jedoch für einen privaten Anbieter statt der Riester-Rente entscheiden.

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Berlin - Riester ist nicht gleich Riester. Bei der Auswahl der staatlich geförderten Riester-Rente als Baustein der privaten Altersvorsorge sollten Verbraucher genau hinsehen. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Vergleichstest der Stiftung Warentest, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Von 35 bewerteten Produkten schnitten nur drei mit „sehr gut“ ab, nämlich die Riester-Rente R1-A von Cosmos Direkt und die Riester-Care AR7 von Hanse-Merkur, acht waren „gut“, 19 „befriedigend“ und drei nur „ausreichend“.

Große Unterschiede stellten die Warentester nicht nur beim Anlageerfolg der Anbieter fest, sondern auch bei der garantierten Mindestrente. Hier fiel das Ergebnis bei den besten Produkten um bis zu 20 Prozent höher aus als bei den Schlusslichtern. Auch bei der späteren Gesamtrente – also der Mindestrente plus der Überschussbeteiligung – kommt es auf den Anbieter an. So bekomme ein 40-jähriger Modellkunde bei den besten Angeboten rund 10.000 Euro mehr versprochen als bei einem der derzeit schlechtesten Angebote auf dem Markt, heißt es in der Untersuchung der Stiftung Warentest.

Stefan Kühnlenz, Abteilungsleiter Finanzdienstleistungen der Stiftung, empfahl Verbrauchern, sich exakt an die Tarifkennzeichnung der entsprechenden Riester-Produkte zu halten. „Sonst wird einem häufig ein anderes Produkt verkauft“, warnte Kühnlenz. Das könne sich mitunter negativ auf die spätere Rentenhöhe auswirken. Auch bei den Kosten unterscheiden sich die Anbieter. „Die Provision für den Vermittler wird dem Kunden meist in den ersten fünf Jahren in Rechnung gestellt“, sagte Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift „Finanztest“. Der Versicherte sollte seine anfänglich vereinbarten Raten deshalb konstant zahlen, weil man bei einem Ausstieg oder einer Reduzierung der Raten „übermäßig Provision bezahlt hat, die man nicht zurückbekommt“, sagte Tenhagen.

Riester-Rente nur für besser Verdienende geeignet

Die staatliche Förderung für die private Zusatzrente wurde mit der Riester-Rentenreform 2000 eingeführt. Im laufenden Jahr gibt es pro Person 114 Euro staatliche Förderung, 2008 sind es 154 Euro. Für jedes Kind gibt es Extrazulagen. Im Gegenzug muss der Sparer 2007 drei und 2008 vier Prozent des Bruttojahresgehalts selbst aufbringen.

Wichtig sei, dass die Förderung auch tatsächlich beantragt werde, sagte Finanzexperte Kühnlenz. Dies hätten viele Riester-Sparer in der Vergangenheit vernachlässigt. Bis Ende 2007 können aber noch Anträge gestellt werden. „Auch für die Jahre 2006 und 2005“, sagte Tenhagen.

Nach einem Bericht des ARD-Wirtschaftsmagazins „Plusminus“ müssen Geringverdiener im Alter mit deutlichen Abstrichen bei der Riester-Rente rechnen. Die Einkommensgrenze derjenigen, die selbst in den vollen Genuss ihrer Riester-Rente kommen, liegt nach Recherchen des Magazins bei rund 1900 Euro im Monat. Wer weniger verdiene, müsse mit teils deutlichen Einbußen rechnen. mot

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