Produktetest : Fett und gut

Stiftung Warentest hat sich der Milch angenommen und Spitzenreiter gekürt.

Lisa Wandt

Mit der Milch für 50 Cent ist das wie mit dem Liter Benzin für eine Mark. Oder der Kugel Eis für 50 Pfennig. Es gibt sie nicht mehr. 76 Cent kostete im Oktober ein Liter frische Vollmilch durchschnittlich – der Preis stieg in kürzester Zeit um die Hälfte. Aber immerhin soll „das Preisniveau nun stabil bleiben“, heißt es beim Milchindustrie-Verband.

Ein Niveau, das für Biofans besonders hoch ist: Sie zahlen rund 1,30 Euro pro Liter, trinken aber auch die gesündeste Milch. Das ergab ein Test der Stiftung Warentest, in dem 36 Produkte untersucht wurden. Das Ergebnis: 18 Produkte erhielten die Note „gut“.

Die Spitzenreiter
Bei der Frischmilch setzte sich Bio eindeutig durch. Spitzenreiter waren die zwei teuersten Produkte von Berchtesgadener Land und Heirler. Ihre Biomilch schmeckt rein, und der Fettgehalt stimmt. Der muss bei mindestens 3,5 Prozent liegen, wenn Vollmilch auf der Packung steht. Ein zu geringer Fettgehalt ist auch der Hauptgrund, warum nur fünf von zwölf konventionellen Produkten ein „gut“ erhielten.

Bei haltbarer Milch führen fünf Discounter die Gruppe an. Ganz vorn liegen Milfina (Aldi Süd) und die Marke Milram. Schlusslichter sind die A&P-Milch von Kaiser’s Tengelmann und das Norma-Produkt Norasan. Sie schmeckten entweder „ganz leicht alt“, oder es fehlte ihnen an Fett.

Eine Reihe der konventionellen Produkte hielt die vorgeschriebenen 3,5 Prozent Fettgehalt nicht ein. Figurbewusste Menschen dürfte das zwar freuen, doch die Tester kritisieren das. Das täusche all jene, die auf das Gesunde im Milchfett setzen. Denn Milchfett gilt längst nicht mehr nur als cholesterinreicher Dickmacher, sondern als wertvoller Bestandteil. Es enthält Säuren, die neuesten Studien zufolge Krebs und Diabetes vorbeugen könnten.

Wer bisher als „mangelhaft“ bezeichnete Milch gekauft hat, kann sie bedenkenlos weiter trinken. Sie enthält keine Schadstoffe – ist nur manchmal nicht mehr als calciumhaltige Flüssigkeit. Lisa Wandt

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