Rapsöl im Test : Von frisch bis modrig

Rapsöl hat eine ideale Fettsäureverteilung – doch der Geschmack schreckt viele ab. Die Stiftung Warentest prüfte 26 verschiedene Marken.

Corinna Visser

Es ist wie es meistens ist: Rapsöl ist das gesündeste Speiseöl – aber für den Gaumen ist es manchmal eine Zumutung. Der Geschmack – gerade der nativen Öle – ist nicht jedermanns Sache. Rapsöl lässt sich sowohl für die kalte als auch die warme Küche verwenden, wobei natives Öl meist hitzestabiler ist und beim Braten weniger spritzt. Native Öle sind solche, bei denen die Saat ohne Wärmezufuhr gepresst wurde. Die Stiftung Warentest hat 26 verschiedene Rapsöle getestet. Ein Ergebnis lautet: Was den Ernährungswert betrifft, halten die raffinierten Öle mit den nativen mit. Raffinierte Öle schmecken eher neutral, während sehr gute native Rapsöle intensiv saatig-nussig schmeckenund allenfalls sehr leicht holzig-strohig. Doch eben nur die sehr guten: Allein acht native Rapsöle erhielten nur ein „mangelhaft“, weil sie nach Meinung der Tester zum Beispiel ranzig, stichig, modrig oder verbrannt schmeckten. Ihr Urteil lautet: Diese Öle dürfen so nicht verkauft werden.

Wer allein auf die Gesundheit schaut, muss dieses geschmackliche Risiko nicht eingehen. Die raffinierten Öle schnitten insgesamt alle mit gut oder befriedigend ab, geschmacklich waren sie alle „gut“. Testsieger in der Gruppe der raffinierten Rapsöle war „vita“ von Brändle. Es war das einzige im Test, das den Konsumenten „sehr gut“ mit Vitamin E versorgt. Der Preis ist moderat: 2,65 Euro pro Liter.

Bei den nativen Rapsölen bleiben Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe weitgehend erhalten. Die Menge bringt aber nach Meinung der Tester keine gesundheitlichen Vorteile gegenüber dem raffinierten Öl. Die beste Note bei den nativen Rapsölen erhielt „Vita D’or“ von Lidl, das mit einem Preis von 3,98 pro Liter zu den günstigsten gehört. Nach Meinung der Tester riecht es gut und schmeckt typisch. Zudem eigne es sich gut zum Braten.

Alnatura, einer der Hersteller von Bio-Rapsölen, dessen Produkt im Test mit „mangelhaft“ beurteilt wurde, reagiert gelassen auf das Urteil. „Unsere Kunden wissen wie Rapsöl schmeckt und schätzen den sortentypischen Geschmack unseres Bio-Öls“, sagte eine Sprecherin dem Tagesspiegel. „Wir sehen keine Veranlassung, unser Produkt aus dem Verkauf zu nehmen.“

Egal ob raffiniert oder nativ, beim Rapsöl verteilen sich die Fettsäuren von Natur aus ideal. Das verschafft ihm nach Meinung der Experten einen Gesundheitsvorsprung vor anderen Speiseölen wie zum Beispiel Oliven- und Sonnenblumenöl. Rapsöl besteht zu mehr als 60 Prozent aus einfach ungesättigten Fettsäuren, vorwiegend Ölsäure. Sie hilft dem Herz-Kreislauf-System, indem sie die Konzentration an ungünstigem LDL-Cholesterin im Blut senkt. Zudem enthält Rapsöl einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, zu denen die Omega-3-Fettsäuren gehören.

Die Stiftung Warentest hat die 26 Rapsöle auch auf Schadstoffe getestet und dabei in keinem Produkt bedenkliche Mengen gefunden.

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