Ratgeber : Richtig spenden

Das Weihnachtsfest rückt immer näher und damit steigt die Bereitschaft vieler Bürger, mit Spenden etwas Gutes zu tun. Über 20.000 Organisationen sammeln in Deutschland für wohltätige Zwecke, darunter leider auch viele schwarze Schafe. Wir sagen Ihnen, wen Sie sorglos unterstützen können.

Susanna Gotsch
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Vorsicht: Wer sein Geld spendet, sollte auf das DZI-Spendensiegel achten. -Foto: ddp

BerlinAlle Jahre wieder überschütten Hilfsorganisationen zur Weihnachtszeit die Briefkästen mit einer Flut an Spendenaufrufen: Von Hochglanzprospekten blicken den Betrachter Kinder aus großen verweinten Augen und mit aufgeblähten Bäuchen an. Darunter prangen dramatische Texte wie "Der kleine, schwache Körper beginnt, sich selbst zu zerfressen. Oh, wie diese ausgedörrten Lippen ein bizarres Todesgrinsen formen". Beim Anblick solcher Bilder sind die Menschen eher bereit, in die Geldbörse zu greifen. Doch beim Spenden gibt es viel zu beachten.

Vorsicht vor mitleiderregenden Kampagnen
Organisationen, die mit mitleiderregenden Fotos und dramatischen Elendstexten daherkommen, hält das DZI für unseriös. Aufrichtige Organisationen achten darauf, dass sie sachlich über ihre Arbeit berichten und müssen deswegen nicht auf die Tränendrüse drücken.

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Entscheidungshilfe beim Spenden: Das DZI-Siegel. -Foto: DZI

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Wer sicher gehen will, dass sein Geld in den richtigen Händen landet, kann sich beim Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) informieren. Stiftunsgträger ist unter anderen das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das Institut hat Informationen zu rund 2100 Organisationen gesammelt und 230 Organisationen mit einem Spendensiegel versehen. Es prüft die Verwendung der Mittel, die Werbeaktivitäten und die Verwaltungskosten. Doch, Vorsicht: Das Siegel wird nur an überregional arbeitende Organisationen vergeben und ist mit Kosten verbunden. Gerade kleinere Hilfsorganisationen können sich das Siegel nicht leisten. Was nicht heißen muss, dass sie deshalb nicht vertrauenswürdig sind. Hat die Organisation kein Siegel, sollten sich bereitwillige Spender auf jeden Fall Informationsmaterial zuschicken lassen.

Nicht überreden lassen
Ein Spender soll sich nicht unter Druck gesetzt fühlen. Eine Spende ist freiwillig und sollte nicht durch Überredung oder gar Nötigung erfolgen. Vorsicht auch vor Haustür-Verkäufern oder Werbern in Fußgängerzonen. Hier gilt: Wenn die Sammelbüchse penetrant unter die Nase gehalten wird, sollte man Abstand nehmen.

Keine Eile
Vertrauenswürdige Organisationen lassen ihren Spendern Zeit und stehen für Rückfragen zur Verfügung. Eile ist beim Spenden nicht geboten. Selbst im Falle von Katastrophen, wie Erdbeben oder Tsunamis, können größere, seriöse Hilfsorganisationen auf Rücklagen zurückgreifen. Frisches Geld muss nicht sofort fließen. Weihnachten ist für viele Spendenorganisationen eine gute Zeit, diese Rücklagen zu schaffen.

Größeren Betrag spenden
Zwar ist es nicht entscheidend, wie viel gespendet wird. Auch mit kleineren Beträgen kann Gutes getan werden. Dennoch sollte es lieber eine größere Spende sein als viele kleine an mehrere Organisationen. Das spart Verwaltungskosten.

Sachspenden
Geldspenden sind effektiver, flexibler und kostengünstiger als Sachspenden. Viele Hilfsgüter können billiger vor Ort gekauft werden, das hilft auch der einheimischen Wirtschaft. Dies ist anders, wenn seriöse Organisationen gezielt um Sachspenden bitten.

Werbung
Viele Spender ärgern sich über Werbung und Bittbriefe von Hilfsorganisationen. Statt ins Porto solle das Geld besser an Bedürftige gehen. Doch persönlich adressierte Briefwerbung ist für viele Spendenwerke ein Mittel im Kampf um Spendengelder. Seien Sie wachsam bei E-Mails, die Links enthalten, die auf gefälschte Seiten mit Überweisungsaufforderungen verlinken. Diese ähneln seriösen Organisationen, haben aber meist nichts mit ihnen zu tun.

Steuer
Spenden für gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke sind steuerlich absetzbar. Wer bis zu 100 Euro spendet, benötigt als Nachweis für das Finanzamt den Überweisungsbeleg und eine Bestätigung des Hilfswerks. Bei höheren Beträgen empfiehlt es sich, sich eine Zuwendungsbescheinigung ausstellen zu lassen.

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