Rauchverbot und Folgen : Mehr als 50.000 Zigarettenautomaten außer Betrieb

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, ist die Zahl der Zigarettenautomaten in Deutschland im vergangenen Jahr um 50.000 auf 450.000 gesunken. Besonders in Kasinos sind zudem bereits jetzt erhebliche Umsatzeinbußen durch das Rauchverbot festzustellen.

Kippen Automat
Wo nicht mehr geraucht werden darf, ist meist auch ein Zigarettenautomat überflüssig. -Foto: ddp

HamburgGrund für die Reduzierung ist nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller das veränderte Marktumfeld. Dazu gehört laut Verband der steigende Anteil unversteuerter Zigaretten, die Einführung der Altersprüfung per Chipkarte an Automaten sowie weitere Rauchverbote aufgrund des Nichtraucherschutzgesetzes.

Das Rauchverbot verhagelt auch den deutschen Kasinos die Bilanz. Wie die "Wirtschaftswoche" berichtet, mussten die staatlich konzessionierten Spielbanken im Januar erhebliche Umsatzeinbußen verkraften. Demnach sanken in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Spielerträge im Januar um 25 bis 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der Spielbank am Potsdamer Platz in Berlin sind es sogar rund 35 Prozent weniger gewesen. "Viele Raucher gehen früher oder kommen erst gar nicht", sagt Rainer Chrubassik, Sprecher der Deutsche Spielbanken Interessen- und Arbeitsgemeinschaft (Desia). Auch die Umsatzzahlen in den privaten Spielhallen gingen zurück.

Sollte der Besucherschwund der Spieler weiterhin anhalten, bekommen das auch die Finanzminister der Länder zu spüren. Nach Angaben der Desia brachten rund 8,9 Millionen Besucher den deutschen Kasinos im vergangenen Jahr Bruttoerträge in Höhe von 923 Millionen Euro. Bei einer durchschnittlichen Abgabenlast von etwa 80 Prozent wurden rund 740 Millionen Euro an die Länder überwiesen. Bei einem Rückgang von 20 Prozent müssten die Länder auf rund 150 Millionen Euro verzichten. (cp/dpa)

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