RECHTS Frage : an Stefan Braatz Deutsche Rentenversicherung Bund

Wie viel Rente bringt mein Kind?

an Stefan Braatz

Mein Mann und ich haben uns 1966, bei Geburt unseres ersten Kindes, entschieden, dass ich zu Hause bleibe. 1969 kam unser zweites Kind. Die vor der Hochzeit gezahlten Beiträge habe ich mir auszahlen lassen. Meines Wissens werden seit einigen Jahren auch für die Kindererziehung Rentenanwartschaften erworben. Gilt das auch für mich, ich werde bald 65? Können ersatzweise diese Rentenansprüche auf meinen Mann – er bekommt seit einigen Jahren Altersrente – übertragen werden?

Da Sie in den 60er-Jahren zwei Kinder geboren haben, bekommen Sie pro Kind ein Jahr Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung gutgeschrieben. Hierbei handelt es sich um Beitragszeiten, für die allein der Staat die Beiträge – in Höhe der Beiträge eines Durchschnittsverdieners – aufbringt. Sie müssen hierfür nichts zahlen. Ein Jahr Kindererziehungszeit bringt allein eine Rente von mehr als 26 Euro monatlich, bei zwei Kindern also über 52 Euro im Monat. (Bei Geburten ab dem Jahr 1992 beträgt die Kindererziehungszeit sogar drei Jahre; hieraus werden Rentenansprüche in Höhe von über 78 Euro monatlich erworben.)

Aus den zwei Jahren Kindererziehung allein haben Sie jedoch noch keinen Rentenanspruch. Denn für die Regelaltersrente, die Sie frühestens mit 65 bekommen könnten, beträgt die Wartezeit – das ist die Mindestversicherungszeit – wenigstens fünf Jahre. Insofern ist Ihnen anzuraten, noch für drei weitere Jahre freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Hiermit erwerben Sie einen eigenständigen Rentenanspruch auf eine Regelaltersrente. Dabei reicht es völlig aus, wenn Sie die freiwilligen Mindestbeiträge in Höhe von zurzeit 79,60 Euro im Monat zahlen. Wenn Sie sich beeilen und noch bis zum 31. März die Beiträge für 2007 leisten, brauchten Sie lediglich für die Jahre 2008 und 2009 laufend weitere freiwillige Beiträge zu zahlen, um ab dem 1. Januar 2010 einen eigenen Anspruch auf die Regelaltersrente zu haben. Diese könnte dann, auch wenn Ihr 65. Geburtstag schon vorbei ist, auf Antrag an Sie gezahlt werden.

Eine Nachzahlung freiwilliger Beiträge für die weitere Vergangenheit, etwa für die bei der Eheschließung erfolgte Heiratserstattung, ist leider nicht mehr möglich. Hierfür ist die gesetzliche Frist bereits vor einiger Zeit, nämlich Mitte der 90er-Jahre abgelaufen. Auch eine Übertragung der Kindererziehungszeiten von Ihrem Konto auf das Ihres Mannes ist nicht möglich. Insoweit ist der eigene Rentenanspruch die einzige Möglichkeit, von den staatlichen Rentenversicherungsbeiträgen für die zwei Jahre Kindererziehungszeiten zu profitieren. Foto: Kai-Uwe Heinrich

0 Kommentare

Neuester Kommentar