RECHTS Frage : an Wolfgang Wawro Steuerberater

Kosten fürs Heim absetzen?

an Wolfgang Wawro

Meine Mutter lebt im Pflegeheim, eine Pflegestufe hat sie nicht. Sie hat eine jährliche Rente von 5400 Euro und besitzt ein Sparbuch mit 8000 Euro Guthaben. An gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen werden ihr 850 Euro davon abgezogen. Zu den Heimkosten steuere ich ihr jeden Monat 1000 Euro bei. Kann ich davon etwas von der Steuer absetzen?

Tragen Kinder zu den Kosten für die – nicht krankheits- beziehungsweise pflegebedingte – Unterbringung eines Elternteils in einem Wohnheim (Altenwohnheim, Seniorenwohnstift) bei, können diese Aufwendungen in der Einkommensteuererklärung der Kinder als außergewöhnliche Belastung abgezogen werden. Es handelt sich hierbei um typische Unterhaltsleistungen, die nach dem Einkommensteuergesetz bis zu einem jährlichen Höchstbetrag in Höhe von 7680 Euro berücksichtigt werden können. Grundsätzlich gilt bei Unterhaltsleistungen im Einkommensteuerrecht, dass diese nur berücksichtigungsfähig sind, wenn der Steuerpflichtige gegenüber dem Angehörigen gesetzlich unterhaltspflichtig ist. Gesetzlich unterhaltsberechtigt sind Ehegatten sowie Verwandte in gerader Linie (Großeltern, Eltern, Kinder beziehungsweise Enkel), nicht dagegen Verwandte in der Seitenlinie (Geschwister und Verschwägerte). Die Abziehbarkeit von Unterhaltsaufwendungen setzt weiter voraus, dass der Unterhaltsempfänger bedürftig ist, das heißt, er darf nur über ein geringes Einkommen und nur über ein geringes Vermögen verfügen.

Unterhaltsberechtigt nach dem Gesetz ist man nämlich nur, wenn man außerstande ist, sich selbst zu unterhalten. Nach Auffassung der Finanzverwaltung ist ein Vermögen von bis zu 15 500 Euro unschädlich. Hat die unterstützte Person eigene Einkünfte oder Bezüge, so vermindert sich der Unterhaltshöchstbetrag von 7680 Euro um diese Einkünfte und Bezüge, soweit sie den Anrechnungsfreibetrag von 624 Euro im Kalenderjahr übersteigen. Daneben mindert eine Kostenpauschale von 180 Euro die Höhe der anzurechnenden Bezüge des Angehörigen.

Dem steuerlichen Unterhaltshöchstbetrag von 7680 Euro werden in diesem Fall die Einkünfte und Bezüge der Mutter in Höhe von 3644 Euro angerechnet. Somit bleiben 4036 Euro von den insgesamt geleisteten Unterhaltszahlungen in Höhe von 12 000 Euro abziehbar. Foto: Kai-Uwe Heinrich

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