RECHTS Frage : an Wolfgang Wawro Steuerberater

Firmenwagen statt Lohnerhöhung?

an Wolfgang Wawro

Mein Arbeitgeber will mir statt einer Lohnerhöhung einen Firmenwagen zur Verfügung stellen, den ich auch nach Feierabend nutzen darf. Wie müsste ich das versteuern? Und lohnt sich das Angebot für mich unterm Strich?

Die Überlassung eines Firmenwagens zur privaten Nutzung stellt einen geldwerten Vorteil dar und unterliegt deshalb der Lohnsteuer wie auch der Sozialversicherung. Die Abrechnung kann pauschal erfolgen. Monatlich wird ein Prozent vom Bruttolistenpreis des Neufahrzeugs (abgerundet auf volle 100 Euro) für die Privatnutzung als Bemessung für die Lohnsteuer und auch die Sozialversicherung angesetzt. Daneben sind monatlich 0,03 Prozent von der gleichen Bemessungsgrundlage für jeden Entfernungskilometer für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstelle anzusetzen.

Wenn der Neupreis des Fahrzeugs etwa 34 000 Euro beträgt, ist die private Nutzung mit monatlich 340 Euro dem Bruttolohn hinzuzurechnen. Bei einer Entfernung zur Arbeitsstelle von acht Kilometern kommen 81,60 Euro hinzu für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Das sind dann 421,60 Euro monatlich. Bei einer klassischen Gehaltserhöhung um 421,60 Euro könnten Sie die Anschaffung und Unterhaltung eines entsprechenden Autos nicht finanzieren. Allein die Kaufpreisverteilung auf 60 Monate (ohne Zinsen) macht 567 Euro monatlich. Hinzu kommen ein bis zwei Tankfüllungen für zusammen 170 Euro, Steuern, Versicherung, Wartung, Pflege und Reparaturen. Sie bräuchten eine Gehaltserhöhung um die 1000 Euro oder mehr. Also lohnt sich das Angebot Ihres Arbeitgebers.

Die geschilderte Ein-Prozent-Methode entspricht in etwa einer privaten Nutzung von 30 bis 35 Prozent. Wenn Sie deutlich weniger privat fahren sollten, können Sie das mit einem Fahrtenbuch nachweisen und das Finanzamt kann einen günstigeren Wert ansetzen, als ihn die Ein-Prozent-Methode ergibt. Dann sparen Sie nochmals. Aber Vorsicht: Das Fahrtenbuch muss sehr detailliert und ordentlich geführt werden, um der Kontrolle des Finanzamtes gerecht zu werden. Foto: Thilo Rückeis

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