Rechtsfrage : Ehrenamt von der Steuer absetzen?

Das Finanzamt will Kosten, die in Zusammenhang mit meinem Ehrenamt entstanden sind, nicht berücksichtigen. Geht das? Wolfgang Wawro Steuerberater antwortet.

Wolfgang Wawro

Mit der unentgeltlichen Ausübung eines Ehrenamts können Steuerpflichtige bis zu 2100 Euro (Übungsleiterfreibetrag) im Kalenderjahr steuerfrei als Aufwandsentschädigung beziehen. Daneben wurde seit 2007 ein weiterer Freibetrag von 500 Euro für ehrenamtlich Tätige eingeführt, der insbesondere für andere Personengruppen gilt, die nicht unter die Übungsleiterpauschale fallen. Beides zusammen gibt es aber nicht.

Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist, dass die Arbeit für eine Körperschaft des öffentlichen Rechts erbracht wird beziehungsweise gemeinnützigen Zwecken dient. Davon gehen die Finanzbehörden aus, wenn der Verein als gemeinnützig anerkannt ist. Die Finanzämter gehen davon aus, dass ein Ehrenamtler keinen steuerpflichtigen Arbeitslohn erzielt, wenn ihm der Verein lediglich die entstandenen Aufwendungen wie zum Beispiel Fahrtkosten, Portokosten oder Telefongebühren erstattet. Dabei schadet es nicht, wenn die Erstattungsbeträge diese Aufwendungen gering übersteigen.

Werden die entstandenen Aufwendungen nicht vom Verein entschädigt, können diese Kosten grundsätzlich nicht in der Einkommensteuererklärung als Verlust geltend gemacht werden. Man spricht dann von einer so genannten Liebhaberei. Liebhaberei im steuerrechtlichen Sinne ist eine Tätigkeit, die ohne die Absicht der Erzielung von einkommensteuerbaren Einkünften durchgeführt wird. Die Ausübung eines Hobbys ist ein klassisches Beispiel für steuerliche Liebhaberei. Insoweit entstandene Verluste werden steuerlich nicht anerkannt.

Allerdings könnte man etwa das Fahrgeld als Sachspende an den Verein oder die Körperschaft geltend machen, wenn diese dafür eine Spendenbescheinigung ausstellen. Dabei gelten die allgemeinen Grundsätze des Spendenrechts, unter anderem auch die Regeln zum vereinfachten Spendennachweis.

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