Reise : Traumurlaub zum Schnäppchenpreis

Preisvergleichsportale im Internet helfen bei der Suche nach den besten Reiseangeboten. Was taugen diese Dienste?

Andreas Menn
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Hin und weg: Auch bei Reisen in die Karibik gibt es große Preisunterschiede. Wer vergleicht, kann hunderte Euro sparen. -Foto: dpa/pa

Sonne, Meer, Palmen – wer will das nicht? Doch vor der Entspannung kommt die Arbeit: Bei der Suche nach dem günstigsten Anbieter helfen Bewertungs- und Preisvergleichs-Portale im Internet. Was taugen diese Dienste?

DER FLUG

Täglich starten in Deutschland rund 3000 kommerzielle Flüge. Den preiswertesten zu finden ist nicht einfach. Preisvergleichs-Portale im Internet wie Billigflieger.de, Swoodoo.com oder Skyscanner.de verschaffen einen Überblick. Die Seiten werten ständig die Angebote vieler Fluggesellschaften und wichtiger Reiseportale im Internet aus und listen die billigsten Flüge auf, verlinkt zum Buchungsformular des Anbieters. Wer weit reist, kann so hunderte Euro sparen.

Aber Vorsicht: Auch die Meta-Suchmaschinen berücksichtigen nur eine begrenzte Zahl von Anbietern und liefern darum unterschiedliche Ergebnisse. Beispiel: Für einen Flug von Berlin nach London Stansted spuckt Billigflieger.de ein Angebot über 57,69 Euro aus, bei Swoodoo.com dagegen gibt es den gleichen Flug für 45 Euro, beides inklusive Steuern. Der Grund: Swoodoo.com verlinkt direkt auf die Buchungsseite von Ryanair, Billigflieger.de dagegen auf die Seite eines Reiseanbieters. „Ziehen Sie immer mehrere Vergleichs-Portale heran“, sagt Falk Murko, Redakteur bei Stiftung Warentest, die sieben Portale anhand von Stichproben miteinander verglichen hat.

Das Fazit des Testers: „Die besten Ergebnisse haben Billigflieger.de, Swoodoo.com, Skyscanner.de und Travel-iq.de.“ Zwischen den vier Portalen fanden die Tester nur eine geringe Preisdifferenz.Alle vier Seiten bieten Informationen zu Startzeiten und Zwischenstopps, bei Skyscanner.de und Travel-iq.com kann man auf einen Blick auch die Reisedauer vergleichen. Besonders praktisch: Auf Skyscanner.de und Swoodo.com kann man sich die Flugpreise an verschiedenen Tagen als Diagramm anzeigen lassen. Wer flexibel ist, bucht einfach ein paar Tage später. „Die günstigsten Angebote bekommt man, wenn man etwa acht bis zwölf Wochen vor Abflug bucht“, sagt Murko. „Am teuersten sind die Flüge in der Woche vor dem Abflug.“ Allerdings kann sich das günstigste Angebot später als teuer herausstellen: Viele Fluggesellschaften und Reiseanbieter schlagen Gebühren etwa für Gepäck erst am Ende auf die Rechnung auf. Außerdem versuchen viele Reiseportale, auf die die Preissuchmaschinen verlinken, mit den Flügen gleich noch eine Versicherung zu verkaufen. Das entsprechende Häkchen im Buchungsformular ist bei manchen Anbietern dann gleich auch automatisch angekreuzt. „Deaktivieren Sie Posten, die Sie nicht wünschen“, rät Falk Murko.

DIE PAUSCHALREISE

Wer alles inklusive bucht, geht trotz Internet heute meistens noch zum Reisebüro. „Je komplexer die Reise, desto eher wird im Reisebüro gebucht und die Beratungsleistung von Experten gesucht“, sagt Anja Braun vom Reiseanbieter Tui. Die Reisebüros haben nämlich auch den Überblick über spezielle Extras der Pauschalangebote. Wer Standard-Reisen sucht, kann dagegen durchaus auch im Internet Preise vergleichen. „Bei gleichem Ort, gleichem Hotel und gleicher Leistungsbeschreibung würde ich das billigere Angebot wählen“, sagt Gabriele Francke, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Berlin. „Studieren Sie immer genau die Vertragsbedingungen und die Leistungsbeschreibungen. Billige Reisen können teure Nebenkosten haben. Abends kostet das Getränk dann plötzlich astronomische Summen“, warnt die Verbraucherschützerin.

DAS HOTEL

Die Preise für vergleichbare Betten in ein und demselben Hotel liegen manchmal über 100 Euro auseinander, je nachdem, wo man bucht. „Die direkte Buchung beim Hotel ist meist am teuersten“, sagt Warentester Murko. „Am günstigsten sind häufig Buchungsportale im Internet.“ Das Vergleichsportal Check24 (www.check24.de) hat im Februar verschiedene Hotelportale getestet. Zwar ging der Test von den Ansprüchen Geschäftsreisender aus, trotzdem geben die Testergebnisse auch privaten Städtereisenden in Europa gute Hinweise. Demnach schnitten die Seiten Booking.com, HRS und Expedia am besten ab: Expedia zeigt die meisten Hotels an, Booking.com die preiswertesten. Die Stiftung Warentest untersuchte zudem Hotelbewertungsportale. Ganz vorn war Holidaycheck.de; unter den Buchungsportalen bot HRS die besten Bewertungen. Aber auch hier sind kritische Vergleiche geboten. „Die Hotelbilder im Internet müssen nicht mit dem eigenen Eindruck vor Ort korrespondieren“, sagt Verbraucherschützerin Francke.

DER MIETWAGEN

Den Mietwagen sollte man schon vor Reisebeginn im Internet reservieren. „Man fährt immer am sichersten, wenn man von Deutschland aus bucht“, sagt Katrin Müllenbach-Schlimme vom ADAC. „Die großen Anbieter wie Hertz und Sixt bieten gute Beratung, Versicherungsschutz und gut gewartete Fahrzeuge.“ Unter lokalen Anbietern gebe es dagegen öfter schwarze Schafe. Buchen kann man bei den Anbietern selbst oder mithilfe von Vergleichsportalen wie Billiger-mietwagen.de. Bei den Preisen können allerdings versteckte Zusatzkosten das Bild verzerren – wenn zum Beispiel im Kleingedruckten steht, dass das Auto vollgetankt zurückgegeben werden muss. „Das ist ein kleiner Kostenfresser, der oft übersehen wird“, sagt die ADAC-Expertin.

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