Verbraucher : Richtig bräunen

Die Creme von Aldi ist „mangelhaft“, weil sie nicht hält, was sie verspricht. Ein gutes Präparat schützt auch vor frühzeitigen Falten

Corinna Visser

Ob Sonnenmilch oder Sonnencreme – das ist vor allem Geschmackssache. Doch für einzelne Körperpartien, vor allem für das ständig dem Licht ausgesetzte Gesicht, stehen Cremes hoch im Kurs. Sie sind oft gehaltvoller und tendenziell etwas teurer als die flüssigeren Lotionen. Die eignen sich dafür besser, den Körper einzucremen. Gerade wer sich nicht nur vor Sonnenbrand schützen will, sondern auch Angst vor Falten hat, setzt am besten auf ein gutes Sonnenschutzmittel. Denn wer seine Haut zu viel der aggressiven UV-Strahlung aussetzt, fördert nicht nur das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Die Strahlen lassen die Haut auch früher alt aussehen, da die Elastizität des Bindegewebes vorzeitig verloren geht.

Die Stiftung Warentest hat zunächst acht Sonnenlotionen getestet (Heft 06/05) und aktuell noch einmal 15 Sonnencremes. Sieger nach Punkten bei den Cremes (siehe Tabelle) und vergleichsweise preiswert ist die „Sonnencreme Sun Ozon“ von der Drogeriemarktkette Rossmann. Sie kostet pro 100 Milliliter drei Euro. Positiv hoben die Tester hier hervor, dass die Creme von Rossmann wie die von Lancôme die großzügigsten Feuchtigkeitsspender im Test waren. Denn gerade beim Sonnenbaden braucht die Haut viel Feuchtigkeit, da Sonne, Wind und Salzwasser sie schnell austrocknen. Testsieger bei den Lotionen war zuvor die „Alando Sun Sonnenmilch“ von Drospa/Ihr Platz. Damit sei man tadellos geschützt und gepflegt, urteilten die Tester (Qualitätsurteil „sehr gut“). Zudem kostet die Lotion nur 1,30 Euro pro 100 Milliliter.

Guter Sonnenschutz muss daher nicht teuer sein. Ein „mangelhaft“ bekam jedoch das Präparat von Aldi-Nord (zwei Euro je 100 Milliliter). Die „Ombra Sun Care Sonnencreme“ versagte in einem wesentlichen Prüfpunkt: Sie hielt den versprochenen Lichtschutzfaktor nicht ein. Statt der ausgelobten 20 ließ sich im Schnitt nur ein Faktor von 15 nachweisen. Das bedeute ein „mangelhaft“ auch für das gleiche Produkt von Aldi-Süd, Ombia, urteilen die Tester. Aber auch das ist keine Frage des Preises: Ein „mangelhaft“ bekam beim Test der Lotionen das teuerste Produkt im Test (16,70 Euro für 100 Milliliter), „Shiseido Sun Protection Lotion“.

Egal ob Creme oder Lotion, Hautärzte raten, Sonnenschutz in jedem Fall großzügig aufzutragen – ganz besonders bei Kindern. Wiederholtes Auftragen kann die Schutzdauer zwar nicht verlängern. Es gewährleistet aber, dass der Schutz aufrechterhalten wird. Übermäßige UV-Belastungen oder Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. Daher ist es besonders wichtig, dass Kinder und Jugendliche frühzeitig lernen, sich richtig vor UV-Strahlung zu schützen.

Wie hoch die Belastung durch UV-Strahlen an einem bestimmten Ort in Europa gerade ist, lässt sich jetzt im Internet oder sogar per SMS über das Handy herausfinden. Der UV-Check ist ein Service, der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Kooperation mit dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen entwickelt wurde.

Im Internet:

www.test.de

www.uv-check.de

www.unserehaut.de

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