Rückrufserie : EU will besser vor Gift-Spielzeug aus China schützen

Nach einer Serie von Rückrufaktionen will die EU-Kommission den Schutz vor giftigem Spielzeug deutlich verbessern. Ein genaues Konzept soll es noch vor Jahresende geben.

HamburgDie Kommission sei dabei, die Spielzeug-Richtlinie komplett zu überarbeiten, sagte Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva der "Bild am Sonntag" (BamS). "Wir wollen schärfere Sicherheitsstandards festlegen, etwa das Risiko gefährlicher Chemikalien in Kinderspielzeug verringern." Das genaue Konzept werde sie vor Jahresende vorstellen.

Kuneva brachte eine Art europäischen Spielzeug-TÜV ins Gespräch. Sie sei offen für die Schaffung einer unabhängigen europäischen Kontrollinstanz, sagte die bulgarische Kommissarin. Inspektionen von Produktionsstätten - gerade in China, wo 65 Prozent des in der EU gekauften Spielzeugs hergestellt werde - schließe sie nicht aus. Allerdings würden solche Kontrollen Kinderspielzeug in Europa spürbar verteuern, betonte sie.

Es sei besorgniserregend, wie viele importierte Produkte sich als gefährlich herausstellten, sagte Kuneva. Betroffen sei nicht nur Spielzeug aus China. "Bis Jahresende rechnen wir in der Europäischen Union mit Beanstandungen in rund 1500 Fällen. Spielzeug liegt dabei an erster Stelle, vor Elektrogeräten und kleinen Motorrädern." Die Bulgarin richtete einen scharfen Appell an die EU-Staaten: Sie erwarte von den Mitgliedstaaten einen hundertprozentigen Einsatz für Produktsicherheit. Die nationalen Zoll- und Aufsichtsbehörden seien aufgerufen, ihre Kontrollen zu intensivieren. (mit AFP)

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