Verbraucher : Sauber gemacht

Fatina Keilani

DAS TESTURTEIL: 8 Punkte 0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen

Die Natur ist doch immer wieder faszinierend. Wer schon die Vielfalt im Supermarktregal bei Ariel, Persil und anderen Waschmitteln verwirrend findet, dem sei gesagt: Es gibt rund 150 Arten von Waschnussbäumen. Die Nussschalen enthalten Saponin, einen seifenartigen Stoff, der sich im Wasser aus der Schale löst. Schon öfter waren mir auf Ökomärkten solche Nüsse angeboten worden, und ich hielt sie lange für ein Exotenprodukt militant-waldschratiger Weltverbesserer, die zudem selbst meist ungewaschen aussahen. Aber als ich die Nüsse nun bei Edeka im Regal stehen sah, dachte ich, also gut, der Siegeszug der Waschnuss hat anscheinend begonnen.

Ich nahm eine Schachtel „Sapdu- Clean“ für 3,99 Euro. Sie soll für 50 Waschgänge reichen, was ihr schon gleich den ersten Punkt einbringt: Mein herkömmliches Pulver schafft mit einer Packung für 4,99 Euro nur 18 Wäschen. Dass niemand je von Waschnüssen gehört hat, wird wohl daran liegen, dass es keine mächtigen Hersteller gibt, die glückliche Hausfrauen und ihre Wäsche in der Reklame um die Wette strahlen lassen. Dafür hat die Nuss der Gattung „Sapindus Mukorossi“ ein paar andere Vorteile: Als natürliche Substanz ist die Seife vollständig biologisch abbaubar. Und: Leute mit Neurodermitis oder Allergien sollen sie gut vertragen.

Die Nüsse kommen in schlichtester Ausstattung: Eine simple Pappschachtel, darin ein Beutelchen aus ungebleichter Baumwolle und eben die braunen Nüsse. Alle wesentlichen Informationen stehen außen auf der Packung, zum Beispiel dass zusätzliches Waschpulver oder Weichspüler nicht nötig sind. Wer weiße Wäsche noch weißer bekommen will, soll laut Packung einen Löffel Backpulver zugeben. Ein Esslöffel Zitronensäure verhindere in Gegenden mit hartem Wasser die Verkalkung der Maschine.

Und, funktioniert es denn nun? Ja! Es schäumt sogar im Bullauge! Nur ein paar richtig dicke Flecken gingen nicht raus. Im Einzelnen: Eigelb war nach der Wäsche verschwunden und müffelte auch nicht, Tomatensoße blieb als hellgelber Fleck in Erinnerung, Schwarztee als grauer. Dunkle Wäsche kommt nicht so farbintensiv aus der Maschine wie nach Colorwaschmittel. Der Backpulvertrick richtete zwar keinen Schaden an, geblendet war ich aber nicht gerade. Das ganze Prozedere (Nüsse ins Beutelchen, hinterher die ausgewaschenen Schalen wegwerfen oder besser auf den Kompost tun) ist gewöhnungsbedürftig, aber durchaus erträglich. Die Nüsse riechen deutlich nach Mango, die Wäsche nach nichts - was mir persönlich am liebsten ist. Ganz zu schweigen davon, dass man mit Waschnüssen voll im Umweltschutztrend liegt. Allerdings soll man die Wäsche nur locker in die Trommel legen. Ich habe das versucht, dann aber festgestellt, dass man die Maschine genauso gut richtig voll machen kann, wenn man etwas Wasser zusätzlich einfüllt. Acht Punkte kann man da schon geben.

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