Verbraucher : Scharfe Ansichten

Wer Fotos in Laborqualität drucken will, sollte sich für ein Tintenstrahlgerät entscheiden. Die Preise für Ausdrucke variieren stark

Corinna Visser

Laser oder Tinte? Früher fiel die Entscheidung für die eine oder andere Druckertechnik häufig sehr schnell, denn Lasergeräte waren in der Regel viel zu teuer für den Hausgebrauch. Doch die Preise sind längst auf einem Niveau angekommen, das die Wahl schwieriger macht. Der reine Anschaffungspreis sollte dabei weniger eine Rolle spielen als die Frage, wofür man den Drucker einsetzen will. „Wer Textausdrucke in hoher Qualität und Stückzahl wünscht, für den ist der Laserdrucker wahrscheinlich die bessere Wahl“, sagt Jürgen Nadler von der Stiftung Warentest. „Der Hobbyanwender ist dagegen mit dem Tintenstrahldrucker meist besser bedient.“

Tintenstrahldrucker punkten nämlich vor allem durch ihre Vielseitigkeit. Sie drucken oft direkt von der Digitalkamera oder Speicherkarte und sie drucken auch ohne Umwege auf CDs oder Grußkarten. Zwar wird die Qualität von Fotodrucken auch bei Farblasergeräten immer besser. Aber das echte Fotogefühl wie beim Tintendrucker stellt sich noch nicht ein, urteilen die Experten der Stiftung Warentest. „Wer möchte, dass ein Foto aussieht wie aus dem Labor, sollte sich für einen Tintenstrahldrucker entscheiden“, sagt Experte Nadler.

Dabei lohnt es sich bereits beim Kauf, die Kosten für das Zubehör mitzubetrachten. „Auf jeden Fall sollte man sich vorher überlegen, wie die Tintenkosten im Mittel ausfallen werden“, sagt Nadler. Ein Beispiel: Die Kosten für einen Fotoausdruck in Din-A4 können je nach Gerät zwischen 90 Cent oder 2,80 Euro liegen (siehe Tabelle).

Was die Tintenkosten in die Höhe treiben kann: Bei einigen Geräten kann man den leeren Tintentank nur gemeinsam mit dem Druckkopf erneuern. „Aus unserer Sicht empfiehlt es sich, Drucker zu verwenden, bei denen sich die Tinte in einem separaten Tank befindet“, sagt Nadler. Er gibt jedoch zu bedenken, dass es für Nutzer, die nur extrem selten drucken, günstiger sein kann, die kombinierte Variante zu wählen, bei der also Tintentank und Druckkopf gemeinsam erneuert werden. Denn bei seltener Benutzung können die Druckdüsen eines Tintenstrahlers verstopfen.

Es lohnt sich auch, darauf zu achten, dass nicht alle Farben komplett nachgekauft werden müssen, wenn nur eine einzige Farbe leer ist. Von der vermeintlich billigsten Alternative, leere Kartuschen selbst zu befüllen, rät Nadler jedoch ab. Das Risiko, dabei sich oder den Drucker zu bekleckern, sei sehr hoch. Es muss jedoch nicht immer die teure Tinte des Originalherstellers sein. Preiswertere Fremdpatronen erfüllen auch ihren Zweck und müssen nicht schlechter sein.

In jedem Fall warnen die Warentester davor, Farbkartuschen schon dann zu erneuern, wenn das Gerät „leer“ signalisiert. Im Test habe sich dann zum Beispiel beim Oki noch Toner für weitere 2000 Textseiten im Behälter befunden.

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