Schaumweintest : Gut geprickelt

Ob Sekt oder Champagner - überzeugende Sorten müssen nicht teuer sein. Ob die günstigen Produkte qualitativ auch für die Silvesterparty taugen, hat die Stiftung Warentest aktuell untersucht.

Yasmin El-Sharif

Von wegen Volk der Biertrinker – im Sekttrinken sind die Deutschen Weltmeister. Fast 420 Millionen Mal knallten 2007 hierzulande die Korken, mehr als ein Viertel des weltweiten Sektabsatzes geht auf das deutsche Konto. Die meisten Haushalte geben aber eher wenig Geld für Sekt aus, am häufigsten getrunken werden günstige Sorten aus dem Supermarkt, sehr viel seltener dagegen echter Champagner (siehe Kasten).

Ob die günstigen Produkte qualitativ auch für die Silvesterparty taugen, hat die Stiftung Warentest aktuell untersucht. Sie testete 26 Sekt- und Champagnermarken, die zwischen 2,89 Euro und 16 Euro kosten. Auf ein Gesamturteil verzichteten die Tester zwar – zu individuell seien die Vorlieben beim Genuss alkoholischer Getränke – dafür kommentierten sie jede Sorte.

Überzeugendster Sekt unter den recht ähnlichen Marken war demnach der intensiv perlende MM Extra für drei Euro. Er schmeckte den Testern auch wegen seiner Frische, genauso wie Faber Finesse, Feist Belmont, Mumm & Co., Nymphenburg und Söhnlein Brillant. Erfreulich: Keiner dieser Sekte kostete mehr als 4,35 Euro pro Flasche.

Aber auch wer echten Champagner genießen will, muss keine Unsummen ausgeben. Die Sorten von Aldi, Lidl, Plus und der Handelskette Metro überzeugten laut Stiftung Warentest durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Typisch für Champagner sind die hefig-brotigen Noten und der sehr trockene, herbe Charakter. Liebhabern des klassischen, reifen Champagners dürfte der Veuve Monsigny von Aldi (Süd) für 14 Euro gefallen. Wer in der Regel eher Sekt trinkt, sollte zum Einstieg einen weniger typischen Champagner probieren wie den Veuve Deloynes von Plus, der ebenfalls 14 Euro kostet.

Eine eigene Geschmackswelt öffnete sich den Testern bei den zwei weißen Rebsortensekten Menger Krug und Rotkäppchen. Ihre Cuvée, also ihre Mischung von Grundweinen, mache sie sehr vollmundig und spiegele sich in den Fruchtaromen deutlich wider, urteilten die Warentester. Beide Sorten haben eine leichte Oxidationsnote. Das heißt, durch Einwirkung von Sauerstoff bekommen sie eine tiefere Farbe und schmecken reifer. Der Fürst von Metternich für neun Euro hatte eine für Riesling typische Alterungsnote. Fehlerhaft sind nur starke Oxidationsnoten. Sie entstehen meist durch zu lange Lagerung. An den Rosésekten hatten die Tester dagegen kaum etwas auszusetzen. Den besten Eindruck hinterließen Geldermann und Henkell.

Dass die einzelnen Sorten und Marken unterschiedlich viel kosten, liegt nicht nur an der Herkunft und Auswahl der Trauben, auch die Art der Herstellung kann sich auf den Preis auswirken. So gibt es verschiedene Gärmethoden: die traditionelle Flaschengärung und die Tankgärung. Die Flaschengärung gilt als besonders hochwertig. Sie ist aufwendig und teurer, da alle Produktionssschritte monatelang in derselben Flasche stattfinden. Der meiste Sekt wird deshalb in Großtanks vergoren. Yasmin El-Sharif

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