Verbraucher : Schenken mit Gewinn

Vom Goldbarren bis zum Fondssparplan: Wie Sie den Wert Ihres Gabentischs in letzter Minute steigern

Ingo Wolff

Wer drei Tage vor Heiligabend immer noch kein Geschenk gefunden hat, einen Gutschein unpersönlich findet und kein Bargeld verschenken möchte, kann noch schnell in einer Bankfiliale ein nachhaltiges Last-Minute-Geschenk erwerben.

SPARSCHWEIN UND SPARBUCH

Die erste Sparform, die Kinder kennenlernen, ist das Sparschwein. Es hat einen entscheidenden Vorteil: Für die Kinder ist das Geld immer noch da. Das Sparschwein lässt sich schütteln und das Geld anfassen. Es ist nicht so abstrakt wie ein Sparbuch, aber leider die unrentabelste Anlageform – mal abgesehen von Aktien, die an Wert verlieren. Deshalb folgt bei den meisten Kindern irgendwann mit steigenden Beträgen das Sparbuch. Doch auch dort verliert das Geld real an Wert, weil die Sparzinsen oft unter der Inflationsrate liegen. Das berühmte KnaxKonto der Sparkasse bringt derzeit 0,75 Prozent Zinsen pro Jahr.

TAGESGELDKONTO UND FESTGELD

Bessere Erträge bringt da ein Tagesgeldkonto. Geld lässt sich leicht einzahlen und abheben. Direktbanken bieten sie zum Teil ohne Mindesteinlage. Diese Konten können aber oft nur über das Internet verwaltet werden. Für Kinder kann das ein Anreiz sein, den Computer nicht nur zum Spielen zu verwenden. Da Zinsen erst langsam wieder attraktiv werden und Banken den Zinssatz für diese Anlageform flexibel anpassen, sind auch Tagesgeldkonten derzeit noch wenig rentabel. Das Extrakonto der ING-Diba bringt zum Beispiel 2,5 Prozent Zinsen pro Jahr ab dem ersten Euro Tagesgeld. Ähnliches gilt bei niedrigen Zinsen für Festgeldkonten, Pfand- und Sparkassenbriefe. Bei diesen Anlagen muss der Sparer allerdings mit Abschluss- und Verwaltungskosten rechnen. Immerhin wächst das Geld sicher und kalkulierbar.

VERSICHERUNGEN

In den vergangenen Jahren sind viele Kinderversicherungen auf den Markt gekommen, die Namen tragen wie Teddy oder Biene Maja. Sie werden von Eltern oder Großeltern angelegt und sollen von den Kindern weitergeführt werden. Am Ende der Laufzeit können sich Kinder dann für eine einmalige Zahlung oder eine Rente entscheiden. In der Regel sind diese Versicherungen fondsgebunden und lassen sich mit Unfallschutz oder Berufsunfähigkeit verbinden. Ähnliche Kombinationen zwischen Geldanlage und Versicherung sind Ausbildungsversicherungen. Meist wird eine Kapitallebensversicherung mit einer Sparanlage verbunden. Versicherungen haben aber einen Nachteil: Sie sind eine jahrelange Verpflichtung. Die Laufzeit sollte so gewählt werden, dass ein Kind zum Ausbildungs- oder Studienbeginn wirklich an das Geld kommt. Vor dem Abschluss sollte auf die Rendite geachtet werden.

BAUSPARVERTRAG

Die größere Perspektive verspricht da ein Bausparvertrag. Neben einer Rendite von vier Prozent können auch Kinder schon die Wohnungsbauprämie vom Staat kassieren, und langfristig erarbeiten sie sich auch einen zinsgünstigen Kredit für die eigene Wohnung.

GOLD

Goldmünzen und -barren sind der Klassiker unter dem Weihnachtsbaum. Neben dem optischen Vergnügen ist das Edelmetall wertbeständig und wurde zuletzt sogar immer wertvoller. Barren gibt es von einem Gramm bis zu einem Kilo. Am häufigsten werden 100-Gramm-Barren nachgefragt, sie kosten rund 1500 Euro. Münzen sind etwas teurer, weil sie kleiner sind. Es gibt sie von einer zwanzigstel Unze bis zu einer Unze, also gut 30 Gramm.

FONDS UND AKTIEN

Dass Großväter eine echte Aktie in Papier unter den Baum legen, ist wegen der hohen Auslieferungskosten aus der Mode gekommen. Dennoch ist der Anteilsschein als Geschenk eine rentable Idee. Zur Vermögensbildung eignen sich Aktienfonds gut. Auch in näherer Zukunft versprechen sie ein größeres Wachstum als Festanlagen. Außerdem sind sie gut geeignet, Jugendliche an die Börse heranzuführen. Um die Anlage zu automatisieren empfiehlt sich ein Fondssparplan, der bei einem finanziellen Engpass auch mal ohne große Nachteile ausgesetzt werden kann. Schenkt man älteren Kindern Sparpläne mit kurzen Laufzeiten, besteht jedoch die Gefahr, dass der Wert der Fonds stagniert oder gar zurückgeht. Solche Depots kann auch der Großvater für seinen Enkel und auf dessen Namen eröffnen. Wird der Enkel volljährig, geht das Depot mit dem Sparplan dann automatisch auf ihn über.

WER DARF HANDELN UND WEM GEHÖRT DAS GELD?

Alle Banken bieten eigene kostenlose Wertpapierdepots für Kinder an. Die meisten beschränken den Handel aber auf Aktien und Fonds. In keinem Fall darf das Kind alleine handeln. Nur Volljährige dürfen über ihr Geld frei verfügen. Bei großem Schenkwert sollte ein Steuerberater hinzugezogen werden. Unter Umständen wird eine Schenkungssteuer fällig. Außerdem kann es später zum Streit darum kommen, wem das Geld gehört. Eltern haben das Recht, Geld vom Kinderkonto zurückzuholen. Ähnliches gilt auch für die Großeltern. Ein Kindersparbuch bleibt im Vermögen des Schenkers, solange er es nicht herausgibt. Das Buch sollte also dem Kind persönlich übergeben werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben