Verbraucher : Schlappe Kurzarbeiter

Der beste schafft 180 Löcher, der schlechteste nur 23

Yasmin El-Sharif

Das kann gefährlich werden: Wer sein neues Bett mit einem schlechten Akku-Bohrschrauber aufbaut, riskiert Verbrennungen. Das hat zumindest die Stiftung Warentest festgestellt, die 15 Akku-Bohrschrauber und drei Akku-Schrauber getestet hat. Dabei schnitt der Einhell BPAS 14,4 AK am schlechtesten ab, weil er der Sicherheitsprüfung der Tester nicht standhielt: Bei einem Kurzschluss brannte sein Akku. Das deutliche Urteil der Stiftung Warentest: „Mangelhaft“.

Auch sonst machte sich der Einhell-Akku-Bohrschrauber nicht gut. Er streikte bereits nach 23 Bohrlöchern beziehungsweise 25 Schrauben. „Wenn man eine ganze Schrankwand aufbauen will, kommt man mit so einem Gerät nicht weit“, sagt Tester Lothar Beckmann. Die Suche nach einem geeigneteren Bohrschrauber ist allerdings nicht gerade einfach, wie das restliche Ergebnis zeigt. Fünf der 15 Geräte erwiesen sich im Praxistest als recht schlappe Kurzarbeiter. Statt fleißig zu schrauben, schafften die fünf Maschinen nicht einmal 40 Bohrlöcher. Danach war erst mal Ladepause.

Zuverlässiger ist der Metabo BSZ 14 Impuls. Mit 180 Bohrlöchern oder 154 eingedrehten Schrauben ohne Pause schaffte es das Gerät auf den Spitzenplatz im Test. „Sehr gut“ bewertete ihn die Stiftung Warentest. Allerdings hat er auch einen stolzen Preis. 300 Euro kostet er.

„In diesem Test war eine deutliche Trennlinie zu sehen“, sagt Beckmann. „Allen Geräten, die weniger als 100 Euro kosteten, fehlte der Schwung.“ Damit unterscheide sich der Akku-Bohrschrauber-Test von den meisten anderen. Denn meistens gebe es mindestens ein Produkt im Test, bei dem das Preis-Leistungs-Verhältnis besonders gut sei.

Doch bei den Akku-Bohrschraubern ist es anders. Sieben Maschinen landeten im Mittelfeld, drei, die mit 50 beziehungsweise 60 Euro sehr günstig waren, wurden sogar nur mit einem Ausreichend bewertet.

So auch die beiden Geräte der Marke Skil. Schon nach 31 Löchern machte der Skil 2302 schlapp. Er hat keinen Zweitakku und der einzige mitgelieferte braucht drei Stunden, bis er wieder voll betriebsbereit ist. Auch Ungeduldige haben keine Chance: Nach einer viertelstündigen Kurzladung bringt es der Skil 2302 auf spärliche zwei Löcher.

Bei einigen Geräten empfiehlt es sich deshalb, neben der Zeit zum Bohren und Schrauben auch die Akkuladezeit einzuplanen. Drei Stunden Ladedauer bei den beiden Skil-Geräten, vier Stunden beim Bosch PSR 1200, sogar fünf Stunden beim Einhell.

Meistens lag jedoch ein zweiter Akku im Karton. Das ist sinnvoll und preisgünstig. Denn zusätzlich gekaufte Zweit- oder Ersatzakkus vom Typ Lithium-Ionen kosten zwischen 160 und 190 Euro. Ist der Zweitakku schon vorsorglich geladen, muss man beim Bohren keine Pausen einlegen.

Die drei unabhängig von den Bohrschraubern getesteten Akku-Schrauber waren zwar handlich, aber wenig leistungsstark. „Zum Bohren sind sie ungeeignet. Sie reichen nur für kleinere Schraubarbeiten aus“, sagt Beckmann. Ein zusätzliches Problem bei ihnen ist, dass ihre Akkus im Gerät eingebaut sind und sich nicht austauschen lassen.

Wichtig sei es daher schon beim Kauf auf die Akkus zu achten, rät Tester Beckmann. Dabei spiele neben der Zahl der mitgelieferten Akkus und der durchschnittlichen Ladedauer auch das Material eine wichtige Rolle. So steige etwa bei Nickel-Kadmium-Akkus (NiCd) mit der Kapazität auch das Gewicht. Die meisten Modelle im Test sind noch immer mit diesem veralteten, aber billigen Akkutyp bestückt. Das Schwermetall Kadmium aus gebrauchten Akkus belastet die Umwelt, weil Privathaushalte nur etwa jeden dritten fachgerecht entsorgen. NiCd-Akkus gehören nicht in den Hausmüll. Eine im September vergangenen Jahres beschlossene EU-Richtlinie verbietet den Einsatz von Kadmium in Gerätebatterien ab Herbst 2008.

Weg vom umweltschädlichen Schwermetall, hin zu Lithium-Ionen- und zu Nickel-Metallhydrid-Akkus: Diesem Trend folgen die besten Bohrschrauber im Test, also Metabo, Makita, Hitachi und AEG. Die zählten aber auch zu den teuersten Geräten.

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